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Block 1 — Der reale Widerstand

1.0 Einführendes Beispiel: Wie misst man 5 A?

In einem mobilen Robotersystem soll ein Gleichstrommotor durch einen Mikrocontroller angesteuert werden. Neben der Drehzahl soll auch der Motorstrom erfasst werden.

Der Motor wird mit $U_\mathrm{M}=12\,\mathrm{V}$ versorgt und kann kurzzeitig einen Strom von

$$ I_\mathrm{M,max}=5\,\mathrm{A} $$

aufnehmen.

Der Mikrocontroller kann jedoch nur Spannungen messen.

Eine sehr einfache Möglichkeit zur Strommessung ist ein sogenannter Shunt-Widerstand: Ein kleiner Widerstand wird in Reihe zum Motor geschaltet. Über den Spannungsabfall am Widerstand kann anschließend auf den Strom geschlossen werden.

Für den hier betrachteten Motortreiber soll zunächst

$$ R_\mathrm{S}=10\,\mathrm{m\Omega} $$

angenommen werden.

Damit ergibt sich bei $5\,\mathrm{A}$:

$$ U_\mathrm{S}=R_\mathrm{S}\cdot I_\mathrm{M} =10\,\mathrm{m\Omega}\cdot5\,\mathrm{A} =50\,\mathrm{mV}. $$

50 mV sind allerdings für einen ADC mit einem Messbereich von beispielsweise 0 … 3,3 V ein sehr kleines Signal.

Warum verwenden wir also nicht einfach einen größeren Widerstand?

Bei $R_\mathrm{S}=1\,\Omega$ wären schließlich

$$ U_\mathrm{S}=5\,\mathrm{V} $$

messbar.

Das Problem zeigt sich bei der Leistung:

$$ P_\mathrm{S}=R_\mathrm{S}\cdot I_\mathrm{M}^2. $$

Für $R_\mathrm{S}=1\,\Omega$ ergibt sich

$$ P_\mathrm{S}=25\,\mathrm{W}. $$

Der Messwiderstand würde damit einen erheblichen Teil der elektrischen Leistung aufnehmen und gleichzeitig die Spannung am Motor stark reduzieren.

Die Messung verändert das zu messende System.

Ein guter Strommesswiderstand muss klein genug sein, um den Stromkreis nur wenig zu beeinflussen. Dadurch wird aber auch die zu messende Spannung klein.

Dieses Spannungsniveau wird uns im Laufe des Semesters noch mehrfach beschäftigen.

Simulation

In der folgenden Simulation kann der Wert des Shunt-Widerstands verändert werden.

Untersuchen Sie insbesondere

und beobachten Sie

FIXME circuit.js-Simulation einsetzen

1.0.1 Lernziele

Nach diesem 90-minütigen Block können Sie

1.0.2 Vorbereitung

Aus EEE1 und EEE2 werden folgende Grundlagen vorausgesetzt:

Zur Vorbereitung:

  1. Wiederholen Sie die Zusammenhänge

$$ U=R\cdot I $$

und

$$ P=U\cdot I=R\cdot I^2=\frac{U^2}{R}. $$

  1. Berechnen Sie für einen Widerstand von $R=100\,\mathrm{m\Omega}$ die Verlustleistung bei
    • $I=1\,\mathrm{A}$
    • $I=2\,\mathrm{A}$
    • $I=5\,\mathrm{A}$
  1. Überlegen Sie: Warum ist die Angabe „$R=10\,\mathrm{m\Omega}$“ alleine nicht ausreichend,

um einen passenden realen Widerstand auszuwählen?

1.0.3 90-Minuten-Plan

  1. Einstieg: Motorstrommessung (10 min)
    1. Vorstellung des Semesterbeispiels „Motortreiber“
    2. Warum muss der Motorstrom gemessen werden?
    3. Vergleich verschiedener Shunt-Werte in circuit.js
    4. Zielkonflikt zwischen Messsignal und Verlustleistung
  1. Vom idealen zum realen Widerstand (20 min)
    1. Wiederholung $U=R\cdot I$
    2. Verlustleistung
    3. Nennwert und Toleranz
    4. Bauformen und Nennleistung
    5. Temperaturabhängigkeit
  1. Shunt als Messwiderstand (20 min)
    1. Dimensionierung
    2. Spannungsabfall
    3. Verlustleistung
    4. Einfluss auf das zu messende System
    5. typische Größenordnungen
  1. Wenn 10 mΩ plötzlich nicht mehr klein sind (20 min)
    1. Leiterbahnwiderstand
    2. Kontaktwiderstand
    3. Zweileitermessung
    4. Vierleitermessung / Kelvin-Anschluss
    5. circuit.js-Experiment
  1. Rauschen und Grenzen des idealen Widerstandsmodells (10 min)
    1. thermisches Rauschen
    2. qualitative Einordnung
    3. Ausblick auf die spätere Verstärkerschaltung
  1. Zusammenfassung und Motortreiber-Checkpoint (10 min)
    1. Auswahl eines sinnvollen Shunts
    2. Welche Probleme sind noch ungelöst?
    3. Ausblick auf Block 2

1.0.4 Conceptual Overview

Aus EEE1/EEE2 ist der ideale Widerstand bekannt:

$$ U=R\cdot I. $$

In der elektronischen Schaltungstechnik reicht diese Beschreibung häufig nicht mehr aus.

Ein reales Bauteil besitzt weitere Eigenschaften:

Ideales Modell

$R$

$\Downarrow$

Reales Bauteil

$\Downarrow$

Anwendung

z.B. Strommessung im Motortreiber

Die zentrale Frage dieses Blocks lautet deshalb:

Wann reicht das ideale Bauteilmodell aus — und wann entscheidet das reale Bauteil über die Funktion der Schaltung?

1.1 Wiederholung: Der ideale Widerstand

Für einen idealen ohmschen Widerstand gilt

$$ R=\frac{U}{I}. $$

Der Widerstand wandelt elektrische Energie in Wärme um.

Die aufgenommene Leistung beträgt

$$ P=U\cdot I. $$

Mit dem Ohmschen Gesetz ergeben sich außerdem

$$ P=R\cdot I^2 $$

und

$$ P=\frac{U^2}{R}. $$

Beispiel

Durch einen Widerstand von $R=100\,\Omega$ fließt ein Strom von $I=100\,\mathrm{mA}$.

Damit ergibt sich

$$ P=R\cdot I^2 =100\,\Omega\cdot(0{,}1\,\mathrm{A})^2 =1\,\mathrm{W}. $$

Ein kleiner bedrahteter Widerstand mit einer zulässigen Verlustleistung von beispielsweise $0{,}25\,\mathrm{W}$ wäre an dieser Stelle ungeeignet.

Die korrekte Berechnung des Widerstandswerts bedeutet noch nicht, dass ein beliebiger Widerstand dieses Werts verwendet werden kann.

1.2 Der reale Widerstand

Bei der Auswahl eines realen Widerstands müssen mehrere Kenngrößen berücksichtigt werden.

1.2.1 Nennwert und Toleranz

Ein Widerstand mit

$$ R_\mathrm{N}=1{,}00\,\mathrm{k\Omega} $$

und einer Toleranz von $\pm1\,\%$ kann beispielsweise einen tatsächlichen Widerstand zwischen

$$ 990\,\Omega $$

und

$$ 1010\,\Omega $$

besitzen.

Die Toleranz beschreibt zunächst nur die mögliche Abweichung vom Nennwert bei spezifizierten Umgebungsbedingungen.

1.2.2 Verlustleistung

Die elektrische Verlustleistung wird im Widerstand überwiegend in Wärme umgesetzt.

Ein Widerstand darf deshalb nicht nur nach seinem Widerstandswert ausgewählt werden.

Typische Leistungsklassen sind beispielsweise

Die zulässige Leistung hängt zusätzlich von der Umgebungstemperatur und der Möglichkeit zur Wärmeabgabe ab.

In Datenblättern wird dies häufig durch eine sogenannte Derating Curve beschrieben.

1.2.3 Temperaturkoeffizient

Der Widerstandswert eines realen Widerstands ist temperaturabhängig.

Für einen kleinen Temperaturbereich kann näherungsweise geschrieben werden:

$$ R(T)=R(T_0)\cdot\left(1+\alpha\cdot(T-T_0)\right). $$

Dabei ist

Der Temperaturkoeffizient wird häufig in

$$ \mathrm{ppm/K} $$

angegeben.

Ein Temperaturkoeffizient von

$$ 50\,\mathrm{ppm/K} $$

entspricht

$$ 50\cdot10^{-6}\,\mathrm{/K}. $$

Beispiel

Ein Shunt besitzt bei $25\,^\circ\mathrm{C}$

$$ R_\mathrm{S}=10\,\mathrm{m\Omega} $$

und

$$ \alpha=50\,\mathrm{ppm/K}. $$

Er erwärmt sich auf $75\,^\circ\mathrm{C}$.

Damit gilt näherungsweise:

$$ \Delta T=50\,\mathrm{K} $$

und

$$ \frac{\Delta R}{R} =\alpha\cdot\Delta T =50\cdot10^{-6}\cdot50 =0{,}0025. $$

Der Widerstandswert verändert sich also um etwa

$$ 0{,}25\,\%. $$

Bei einer Strommessung erscheint diese Änderung direkt als Messfehler.

1.3 Shunt-Widerstände

Ein Shunt ist ein niederohmiger Widerstand, der zur Strommessung verwendet wird.

Der zu messende Strom fließt durch den Shunt.

Die entstehende Spannung

$$ U_\mathrm{S}=R_\mathrm{S}\cdot I $$

wird gemessen und daraus der Strom bestimmt:

$$ I=\frac{U_\mathrm{S}}{R_\mathrm{S}}. $$

1.3.1 Der Zielkonflikt

Für einen großen Shunt-Widerstand gilt:

Für einen kleinen Shunt-Widerstand gilt:

$R_\mathrm{S}$ $U_\mathrm{S}$ bei 5 A $P_\mathrm{S}$ bei 5 A
$1\,\mathrm{m\Omega}$ $5\,\mathrm{mV}$ $25\,\mathrm{mW}$
$10\,\mathrm{m\Omega}$ $50\,\mathrm{mV}$ $250\,\mathrm{mW}$
$100\,\mathrm{m\Omega}$ $500\,\mathrm{mV}$ $2{,}5\,\mathrm{W}$
$1\,\Omega$ $5\,\mathrm{V}$ $25\,\mathrm{W}$

Ein Shunt ist ein Kompromiss.

Ein möglichst großer Widerstand verbessert zunächst das elektrische Messsignal.

Ein möglichst kleiner Widerstand beeinflusst dagegen das zu messende System weniger.

1.3.2 Warum sind Shunts häufig physisch groß?

Ein kleiner Widerstandswert bedeutet nicht automatisch eine kleine Bauform.

Ein Shunt muss unter Umständen mehrere Ampere dauerhaft führen. Entscheidend sind deshalb insbesondere

Ein Shunt kann deshalb trotz eines Widerstandswerts von nur wenigen Milliohm deutlich größer sein als ein Widerstand im Kiloohm-Bereich.

1.4 Wenn die Leiterbahn Teil der Schaltung wird

Bei Widerständen im Bereich weniger Milliohm können Widerstände von

nicht mehr selbstverständlich vernachlässigt werden.

Beispiel

Der Shunt besitzt

$$ R_\mathrm{S}=10\,\mathrm{m\Omega}. $$

Zwischen dem eigentlichen Widerstandselement und den Messpunkten befinden sich zusammen zusätzliche Kontakt- und Leiterbahnwiderstände von

$$ R_\mathrm{K}=4\,\mathrm{m\Omega}. $$

Bei einer einfachen Zweileitermessung würde damit effektiv

$$ R_\mathrm{mess}=R_\mathrm{S}+R_\mathrm{K} $$

gemessen.

Also:

$$ R_\mathrm{mess}=14\,\mathrm{m\Omega}. $$

Würde man weiterhin mit $10\,\mathrm{m\Omega}$ rechnen, entstünde ein erheblicher Messfehler.

Simulation

In der Simulation sind die Leitungswiderstände bewusst stark übertrieben dargestellt.

  1. Messen Sie zunächst die Spannung an den äußeren Anschlusspunkten.
  2. Messen Sie anschließend unmittelbar über dem Shunt.
  3. Vergleichen Sie beide Ergebnisse.

FIXME circuit.js-Simulation „Zweileiter/Kelvin“ einsetzen

1.5 Vierleitermessung / Kelvin-Anschluss

Bei einer Vierleitermessung werden Strompfad und Messpfad voneinander getrennt.

Zwei Anschlüsse führen den Laststrom durch den Widerstand.

Zwei weitere Anschlüsse messen die Spannung möglichst direkt am eigentlichen Widerstandselement.

Da der Eingang der später verwendeten Messschaltung sehr hochohmig sein soll, fließt über die Sense-Leitungen nur ein sehr kleiner Strom.

Damit erzeugen deren Leitungswiderstände nur einen sehr kleinen zusätzlichen Spannungsabfall.

Bei kleinen Widerstandswerten wird nicht nur die Größe des Bauteils wichtig, sondern auch die Frage:

Wo genau wird die Spannung gemessen?

1.6 Rauscht ein Widerstand?

Auch ein ideal erscheinender Widerstand erzeugt aufgrund der thermischen Bewegung der Ladungsträger eine kleine Rauschspannung.

Für die Effektivspannung des thermischen Widerstandsrauschens gilt:

$$ u_\mathrm{n}=\sqrt{4 k_\mathrm{B} T R \Delta f}. $$

Dabei sind

Wichtig ist zunächst nur die qualitative Aussage:

Ein niederohmiger Shunt besitzt deshalb selbst zunächst nur eine kleine thermische Rauschspannung.

Das eigentliche Problem liegt an anderer Stelle:

Die Nutzspannung am Shunt ist ebenfalls sehr klein.

Bei unserem Motortreiber entstehen bei $5\,\mathrm{A}$ nur

$$ U_\mathrm{S}=50\,\mathrm{mV}. $$

Bei kleinen Motorströmen sind es entsprechend nur wenige Millivolt.

Diese Spannung muss später verstärkt werden.

Damit werden unter anderem

relevant.

Diese Probleme werden in späteren Blöcken wieder aufgegriffen.

1.7 Motortreiber-Checkpoint

Unser Semesterbeispiel besitzt nun erstmals einen konkreten Strommesswiderstand:

Motortreiber — Stand nach Block 1

$3{,}3\,\mathrm{V}$ Mikrocontroller

$\Downarrow$

?

$\Downarrow$

MOSFET-Vollbrücke

$\Downarrow$

12-V-Gleichstrommotor

$\Downarrow$

$R_\mathrm{S}=10\,\mathrm{m\Omega}$ Shunt

$\Downarrow$

?

$\Downarrow$

ADC des Mikrocontrollers

Wir können den Motorstrom jetzt grundsätzlich in eine Spannung wandeln.

Allerdings bleiben mehrere Probleme offen:

Diese offenen Punkte werden im Laufe des Semesters schrittweise gelöst.

1.8 Common Pitfalls

Nicht für eine Strommessung. Bei mehreren Ampere entsteht eine messbare Spannung und eine relevante Verlustleistung.

Das Messsignal wird größer, aber gleichzeitig steigen Spannungsabfall und Verlustleistung.

Auch Pulsbelastbarkeit und maximale Temperatur sind begrenzt und müssen dem Datenblatt entnommen werden.

Toleranz, Temperatur und weitere Einflüsse verändern den realen Wert.

Bei Widerständen von wenigen Milliohm können Leiterbahn- und Kontaktwiderstände die gleiche Größenordnung erreichen.

Bei präziser Messung wird häufig eine Kelvin- bzw. Vierleiterkontaktierung verwendet.

Die Baugröße wird vor allem durch Stromtragfähigkeit, Verlustleistung, thermische Eigenschaften und Kontaktierung bestimmt.

1.9 Lernfragen

  1. Warum sollte der Widerstand eines Shunts möglichst klein sein?
  2. Welcher Nachteil entsteht durch einen sehr kleinen Shunt?
  3. Warum ist ein $1\,\Omega$-Shunt bei einem Motorstrom von $5\,\mathrm{A}$ meist ungeeignet?
  4. Welche Größen bestimmen die Verlustleistung eines Shunts?
  5. Warum kann sich ein Shunt während des Betriebs erwärmen?
  6. Welche Auswirkung kann die Erwärmung auf die Strommessung haben?
  7. Warum können Leiterbahnwiderstände bei einem $10\,\mathrm{m\Omega}$-Shunt relevant sein?
  8. Was unterscheidet eine Zwei- von einer Vierleitermessung?
  9. Warum sind leistungsfähige Shunts häufig physisch relativ groß?
  10. Weshalb ist das thermische Rauschen nicht der Hauptgrund für die große Bauform eines Shunts?

Aufgaben

Aufgabe 1.1: Auswahl eines Shunts

Ein Gleichstrommotor wird mit $12\,\mathrm{V}$ betrieben. Der maximale Motorstrom beträgt $I_\mathrm{max}=4\,\mathrm{A}$.

Zur Auswahl stehen folgende Widerstände:

Bauteil Widerstand Nennleistung
A $1\,\mathrm{m\Omega}$ $0{,}25\,\mathrm{W}$
B $10\,\mathrm{m\Omega}$ $0{,}5\,\mathrm{W}$
C $50\,\mathrm{m\Omega}$ $1\,\mathrm{W}$
D $100\,\mathrm{m\Omega}$ $5\,\mathrm{W}$
  1. Berechnen Sie für alle vier Widerstände die Spannung bei $I_\mathrm{max}$.
  2. Berechnen Sie die jeweilige Verlustleistung.
  3. Welche Widerstände dürfen aufgrund ihrer Nennleistung nicht eingesetzt werden?
  4. Welche Vor- und Nachteile besitzen die verbleibenden Widerstände?
  5. Welchen Widerstand würden Sie für die Anwendung auswählen? Begründen Sie Ihre Entscheidung.

Aufgabe 1.2: Messfehler durch Kontaktwiderstände

Ein Strom von $3\,\mathrm{A}$ fließt durch einen Shunt mit

$$ R_\mathrm{S}=10\,\mathrm{m\Omega}. $$

Durch Leiterbahnen und Anschlüsse befinden sich im Messpfad zusätzlich zweimal

$$ R_\mathrm{K}=1{,}5\,\mathrm{m\Omega}. $$

  1. Berechnen Sie die tatsächliche Spannung direkt über dem Shunt.
  2. Berechnen Sie die Spannung, die bei einer Zweileitermessung erfasst wird.
  3. Welcher Strom würde aus dieser Spannung berechnet, wenn weiterhin

$R_\mathrm{S}=10\,\mathrm{m\Omega}$ angenommen wird?

  1. Bestimmen Sie den relativen Messfehler.
  2. Erklären Sie, wie eine Vierleitermessung diesen Fehler reduziert.

Aufgabe 1.3: Temperaturabhängigkeit

Ein Shunt besitzt

$$ R_\mathrm{S}=20\,\mathrm{m\Omega} $$

bei $25\,^\circ\mathrm{C}$ und einen Temperaturkoeffizienten von

$$ \alpha=75\,\mathrm{ppm/K}. $$

Im Betrieb erwärmt er sich auf $100\,^\circ\mathrm{C}$.

  1. Berechnen Sie die Temperaturänderung.
  2. Bestimmen Sie näherungsweise den neuen Widerstandswert.
  3. Berechnen Sie den dadurch entstehenden relativen Fehler der Strommessung,

falls die Auswertung weiterhin mit $20\,\mathrm{m\Omega}$ rechnet.

Aufgabe 1.4: Experiment mit circuit.js

FIXME circuit.js-Aufgabe einsetzen

Variieren Sie den Shunt zwischen

$$ 1\,\mathrm{m\Omega}\le R_\mathrm{S}\le1\,\Omega. $$

Erstellen Sie eine Tabelle für mindestens fünf Werte mit

Beantworten Sie anschließend:

  1. Ab wann beeinflusst der Shunt den Motorstrom sichtbar?
  2. Welche Shuntspannung wäre für eine direkte Messung mit einem 3,3-V-ADC günstig?
  3. Warum ist genau dieser Widerstandswert trotzdem möglicherweise ungeeignet?

Aufgabe 1.5: Vorbereitung des nächsten Entwicklungsschritts

Für den Motortreiber wird

$$ R_\mathrm{S}=10\,\mathrm{m\Omega} $$

gewählt.

Der relevante Motorstrom liegt zwischen

$$ 0\,\mathrm{A} $$

und

$$ 5\,\mathrm{A}. $$

  1. Bestimmen Sie den Spannungsbereich am Shunt.
  2. Vergleichen Sie diesen mit dem Eingangsbereich eines ADC von 0 … 3,3 V.
  3. Welcher Anteil des ADC-Messbereichs wird maximal genutzt?
  4. Welche elektronische Funktion müsste zwischen Shunt und ADC eingefügt werden,

um den Messbereich besser auszunutzen?

Die letzte Aufgabe führt zu einem Problem, das wir später lösen werden:

Wie können wenige Millivolt zuverlässig gemessen und verstärkt werden?

Zusammenfassung

Ausblick auf Block 2:
Im Motortreiber ändern sich die Ströme sehr schnell. Warum reicht dann ein großes Netzteil alleine nicht aus? Und warum befinden sich direkt neben elektronischen Bauteilen häufig mehrere unterschiedliche Kondensatoren?

Block 2: Der reale Kondensator