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| elektronische_schaltungstechnik:block01 [2026/09/27 16:33] – ↷ Page name changed from elektronische_schaltungstechnik:1_widerstaende to elektronische_schaltungstechnik:block01 mexleadmin | elektronische_schaltungstechnik:block01 [2026/09/27 23:00] (current) – mexleadmin | ||
|---|---|---|---|
| Line 3: | Line 3: | ||
| ===== 1.0 Einführung ===== | ===== 1.0 Einführung ===== | ||
| - | In diesem Semester wird die unten dargestellte Schaltung als durchgehendes Beispiel verwendet. Sie steuert einen Gleichstrommotor über eine MOSFET-Vollbrücke, | + | Betrachen |
| - | + | ||
| - | < | + | |
| - | {{url> | + | |
| - | </ | + | |
| - | + | ||
| - | Auf den ersten Blick wirkt die Schaltung relativ komplex. Tatsächlich bestehen die meisten ihrer Teilfunktionen jedoch aus Bauelementen und Konzepten, die bereits in vorherigen Veranstaltungen behandelt wurden. | + | |
| - | + | ||
| - | - Die grundlegenden Schaltungen mit **Widerständen** und **Leitern** wurden bereits in EEE1 eingeführt. Insbesondere Ohmsches Gesetz, spezifischer Widerstand und die lineare Temperaturabhängigkeit werden in diesem Kurs vorausgesetzt. (hier im wiki in englisch unter [[https:// | + | |
| - | - **Operationsverstärker**, | + | |
| - | - Halbleiterbauelemente wie **Diode**, **Bipolartransistor** und **MOSFET** wurden in EEE2 eingeführt. In diesem Kurs wird daher nicht erneut hergeleitet, | + | |
| - | - Auch die digitale Logik auf der linken Seite der Schaltung ist im Grundstudium angestriffen worden. Boolesche Algebra und Wahrheitstabellen wurden bereits in der Digitaltechnik bzw. Informatik behandelt (hier im wiki unter [[https:// | + | |
| - | + | ||
| - | Damit stellt sich zunächst eine berechtigte Frage: | + | |
| - | + | ||
| - | <WRAP center round important 80%> | + | |
| - | **Wenn die einzelnen Bauteile und Grundprinzipien bereits bekannt sind – warum beschäftigen | + | |
| - | </ | + | |
| - | + | ||
| - | Die bisherigen Veranstaltungen haben hauptsächlich die **Modelle und Grundfunktionen einzelner Bauelemente** vermittelt. In einer realen Schaltung müssen diese Bauteile jedoch gemeinsam funktionieren. | + | |
| - | + | ||
| - | - Ein **Widerstand** besitzt beispielsweise nicht nur einen Widerstandswert. Er besitzt neben einen Temperaturkoeffizienten auch eine Toleranz, eine maximale Verlustleistung, | + | |
| - | - Ein **Kondensator** besitzt nicht nur eine Kapazität. Abhängig von Bauart, Spannung und Frequenz ändern sich seine Eigenschaften teilweise erheblich. | + | |
| - | - Ein **MOSFET** ist nicht einfach nur „ein Schalter“. Im jedem Zustand besitzt er einen endlichen Widerstand; sein Gate muss geladen und entladen werden und seine zulässigen Spannungen und Ströme sind begrenzt. | + | |
| - | - Ein **Operationsverstärker** besitzt keine unendliche Verstärkung bei jeder Frequenz. Seine Eingangs- und Ausgangsspannungen sind begrenzt und hängen von der Versorgungsspannung ab. | + | |
| - | - Selbst eine digitale logische Funktion wird letztlich durch reale elektronische Schalter mit endlichen Schaltzeiten umgesetzt. | + | |
| - | + | ||
| - | <WRAP center round info 80%> | + | |
| - | **Der Schwerpunkt dieses Kurses liegt daher nicht mehr auf der Frage** | + | |
| - | + | ||
| - | „Wie funktioniert dieses Bauteil grundsätzlich? | + | |
| - | + | ||
| - | **sondern auf den Fragen** | + | |
| - | + | ||
| - | - „Wie verhält sich dieses Bauteil in einer realen Schaltung? | + | |
| - | - „Welche Angaben im Datenblatt sind dafür relevant? | + | |
| - | - „Welche Grenzen des idealen Modells werden wichtig? | + | |
| - | - „Wie beeinflussen sich mehrere Bauteile gegenseitig? | + | |
| - | </ | + | |
| - | + | ||
| - | ==== 1.0.1 Die Leit-Schaltung ===== | + | |
| - | + | ||
| - | Die vollständige Schaltung kann in mehrere funktionale Bereiche zerlegt werden: | + | |
| - | + | ||
| - | * **Nutzereingabe und Hauptschalter: | + | |
| - | * **Gate-Treiber-Logik: | + | |
| - | * **Gate-Treiber: | + | |
| - | * **MOSFET-Vollbrücke: | + | |
| - | * **Spannungsversorgung: | + | |
| - | * **Strommessung: | + | |
| - | * **Überstromdetektion: | + | |
| - | + | ||
| - | Diese Blöcke werden im Laufe des Semesters schrittweise geöffnet und analysiert. | + | |
| - | + | ||
| - | Nicht jede Teilfunktion kann bereits am Anfang vollständig verstanden werden. So wird beispielsweise der Bootstrap-Kondensator erst sinnvoll, nachdem die High-Side-Ansteuerung eines N-Kanal-MOSFETs untersucht wurde. Ebenso lässt sich die LC-Struktur der Hilfsversorgung erst später vollständig einordnen. | + | |
| - | + | ||
| - | Die Schaltung wird daher wie ein **„Adventskalender“** behandelt: In jedem Block wird ein weiterer Teil geöffnet und mit bereits bekannten Konzepten verknüpft. | + | |
| - | + | ||
| - | ==== 1.0.2 Vereinfachtes Modell ===== | + | |
| - | + | ||
| - | Für den Einstieg wird die reale Schaltung | + | |
| < | < | ||
| Line 69: | Line 9: | ||
| </ | </ | ||
| - | Die Vollbrücke wirde zunächst durch ideale Schalter aufgebaut und Steuersignale werden durch einen abstrakten Logikblock erzeugt. | ||
| - | |||
| - | Damit bleiben drei wesentliche Funktionen sichtbar: | ||
| - | |||
| - | * **Steuern: | ||
| - | * **Leistung übertragen: | ||
| - | * **Messen und schützen: | ||
| - | |||
| - | Diese vereinfachte Darstellung ist kein alternatives Schaltungsdesign, | ||
| - | |||
| - | Im Verlauf des Semesters werden die idealisierten Blöcke schrittweise durch reale Schaltungen ersetzt. | ||
| - | |||
| - | Beispielsweise wird aus | ||
| - | - dem '' | ||
| - | - der '' | ||
| - | |||
| - | Aber auch in der vereinfachten Schaltung gibt es eine Nomenklatur, | ||
| - | |||
| - | ^ Abkürzung ^ Begriff ^ Erklärung ^ | ||
| - | | CLK | Clock | Signal des Taktgebers. Im Beispiel wird damit die PWM mit einer Frequenz von $30~\mathrm{kHz}$ erzeugt. | | ||
| - | | EN | Enable | Freigabesignal der Schaltung. Nur bei aktivem '' | ||
| - | | HS | High Side | Bezeichnet einen Schalter auf der Seite der positiven Versorgungsspannung der Halbbrücke. '' | ||
| - | | LS | Low Side | Bezeichnet einen Schalter auf der Seite des Bezugspotentials bzw. der Masse. '' | ||
| - | | VM | Motor Voltage / Motor Supply Voltage | Versorgungsspannung des Leistungsteils bzw. der Vollbrücke. Im Beispiel beträgt diese $20~\mathrm{V}$. | | ||
| - | | RSENSE | Sense Resistor / Shunt | Niederohmiger Messwiderstand zur Erfassung des Motorstroms. Der Strom erzeugt daran die Messspannung $U_{\rm SENSE}=I\cdot R_{\rm SENSE}$. | | ||
| - | | OCP | Over-Current Protection | Überstromschutz. Das Signal zeigt an, dass der festgelegte maximale Motorstrom überschritten wurde und dient zur Abschaltung der Leistungsstufe. | | ||
| - | | ROM| Read Only Memory | Nicht-flüchtiger Festwertspeicher, | ||
| - | |||
| - | ==== 1.0.3 Warum beginnen wir mit einem Widerstand? ===== | ||
| In der vereinfachten Schaltung fällt ein Bauteil besonders auf: | In der vereinfachten Schaltung fällt ein Bauteil besonders auf: | ||
| Line 135: | Line 46: | ||
| * zwischen Schaltplansymbol, | * zwischen Schaltplansymbol, | ||
| - | * wichtige Angaben eines Widerstandsdatenblatts gezielt finden und interpretieren, | + | * wichtige Angaben eines Widerstandsdatenblatts gezielt finden und unter Berücksichtigung ihrer Randbedingungen |
| * aus Verlustleistung und thermischem Widerstand eine Bauteiltemperatur abschätzen, | * aus Verlustleistung und thermischem Widerstand eine Bauteiltemperatur abschätzen, | ||
| * typische SMD- und THT-Bauformen hinsichtlich Größe, Handhabung und Belastbarkeit einordnen, | * typische SMD- und THT-Bauformen hinsichtlich Größe, Handhabung und Belastbarkeit einordnen, | ||
| - | * einen Shunt hinsichtlich Messspannung, | + | * einen Shunt hinsichtlich Messspannung, |
| * den Einfluss von Leiterbahn- und Kontaktwiderständen auf eine Milliohm-Messung erklären, | * den Einfluss von Leiterbahn- und Kontaktwiderständen auf eine Milliohm-Messung erklären, | ||
| * den Aufbau und Zweck einer Kelvin-/ | * den Aufbau und Zweck einer Kelvin-/ | ||
| - | * einen idealen | + | * HIGH und LOW als Spannungsbereiche und nicht als feste Spannungswerte interpretieren, |
| - | * aus gesteuerten Schaltern | + | * die Bedeutung von \(V_{\rm CC}\), \(V_{\rm DD}\), \(V_{\rm SS}\), \(V_{\rm IL}\) und \(V_{\rm IH}\) qualitativ einordnen, |
| + | * ideale und reale Schalter anhand von \(R_{\rm on}\) und \(R_{\rm off}\) unterscheiden, | ||
| + | * einfache Logikgatter | ||
| ==== 1.0.2 Vorbereitung zu Hause ==== | ==== 1.0.2 Vorbereitung zu Hause ==== | ||
| Line 157: | Line 70: | ||
| ==== 1.0.3 90-Minuten-Plan ==== | ==== 1.0.3 90-Minuten-Plan ==== | ||
| - | - **Warm-up (8–10 min):** Leit-Schaltung und Shunt betrachten. Was wissen wir aus dem Schaltplansymbol – und was nicht? | + | - **Warm-up (8–10 min):** Leit-Schaltung und Shunt betrachten. Was zeigt das Schaltplansymbol – und welche Informationen fehlen für ein reales Bauteil? |
| - | - **Kernkonzepte | + | - **Realer Widerstand und thermisches Verhalten |
| - | - **Vom Schalter zur Logik (15–18 min):** idealer und realer Schalter, Inverter, NAND und NOR. | + | - **Shunt und Messung |
| - | - **Geführte Übung | + | - **Vom Schalter zur Logik (20–25 min): |
| - | - **Abschluss (5 min): | + | - **ROM und Gate-Treiber-Logik |
| + | - **Abschluss (3–5 min): | ||
| ==== 1.0.4 Konzeptübersicht ==== | ==== 1.0.4 Konzeptübersicht ==== | ||
| - | - Ein Schaltplansymbol beschreibt nur den Teil eines Bauteils, der für ein bestimmtes | + | - Ein Schaltplansymbol beschreibt nur die für ein Modell |
| - | - Verlustleistung ist erst zusammen mit dem thermischen | + | - Datenblattwerte sind nur zusammen mit ihren Randbedingungen sinnvoll. Besonders Leistungsangaben müssen immer im Zusammenhang mit Temperatur, |
| - | - Bei Widerständen | + | - Verlustleistung führt zu einem Wärmestrom. Über den thermischen Widerstand kann daraus näherungsweise eine Temperaturerhöhung bestimmt werden. |
| - | - Ein idealer Schalter besitzt \(R_{\rm on}=0\) | + | - Bei kleinen Widerstandswerten |
| + | - Ein Shunt stellt einen Zielkonflikt dar: Ein größerer Widerstand erzeugt ein größeres Messsignal, verursacht aber gleichzeitig einen größeren Spannungsabfall | ||
| + | - Digitale Zustände HIGH und LOW entsprechen realen Spannungsbereichen. Sie sind nicht mit festen Spannungswerten gleichzusetzen. | ||
| + | - Logikgatter lassen sich im vereinfachten Modell aus gesteuerten Schaltern aufbauen. Reale elektronische | ||
| + | - Die Gate-Treiber-Logik kann funktional als ROM bzw. gespeicherte Wahrheitstabelle beschrieben oder direkt mit Logikgattern realisiert werden. Beide Darstellungen beschreiben dieselbe Zuordnung von Eingangs- zu Ausgangszuständen. | ||
| ===== 1.1 Kerninhalt ===== | ===== 1.1 Kerninhalt ===== | ||
| Line 215: | Line 133: | ||
| ==== 1.1.2 Verlustleistung, | ==== 1.1.2 Verlustleistung, | ||
| - | Betrachten wir zunächst den Shunt aus der Leit-Schaltung. | + | Betrachten wir zunächst den Widerstand |
| + | |||
| + | Der genutzte Shunt mit $R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega}$ wandelt beispielsweise einem Motorstrom von $I_{\rm M}=3~\mathrm{A}$ in eine Spannung von $U_{\rm SENSE}=150 ~\mathrm{mV}$ | ||
| + | |||
| + | Dabei entsteht aber auch eine Verlustleistung von | ||
| \[ | \[ | ||
| - | R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega} | + | P_{\rm SENSE}=I_{\rm M}^2R_{\rm SENSE} |
| + | =(3~\mathrm{A})^2\cdot50~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | =450~\mathrm{mW}. | ||
| \] | \] | ||
| - | und einem Motorstrom von | + | Die Zahl \(450~\mathrm{mW}\) sagt jedoch noch nicht, ob der Widerstand dafür geeignet ist. \\ |
| + | Die elektrische Verlustleistung wird überwiegend in Wärme umgesetzt. Damit stellt sich die nächste Frage: | ||
| + | |||
| + | **Wie stark erwärmt sich das Bauteil bei dieser Verlustleistung? | ||
| + | |||
| + | Um diese Frage zu beantworten, | ||
| + | In vielen technischen Systemen lassen sich Fluss und energetische Potentiale durch die ein Analogiemodell verbinden: | ||
| \[ | \[ | ||
| - | I_{\rm M}=3~\mathrm{A} | + | \text{Potentialdifferenz} = \text{Widerstand} \cdot {{d ( \text{Transportgröße})}\over{d \rm t}} |
| \] | \] | ||
| - | entsteht eine Verlustleistung von | + | beschreiben. |
| + | |||
| + | Für den elektrischen Strom gilt beispielsweise | ||
| \[ | \[ | ||
| - | P_{\rm SENSE}=I_{\rm M}^2R_{\rm SENSE} | + | U = R\cdot I. |
| - | =(3~\mathrm{A})^2\cdot50~\mathrm{m\Omega} | + | |
| - | | + | |
| \] | \] | ||
| - | Die Zahl \(450~\mathrm{mW}\) sagt jedoch noch nicht, ob der Widerstand | + | Die Spannungsdifferenz |
| - | Die elektrische Verlustleistung wird überwiegend in Wärme umgesetzt. Näherungsweise kann die Temperaturerhöhung über den thermischen Widerstand beschrieben werden: | + | Eine sehr ähnliche Beschreibung lässt sich für den Wärmetransport verwenden: |
| \[ | \[ | ||
| - | \Delta T=P\cdot | + | \Delta T = R_{\rm th}\cdot \dot Q. |
| \] | \] | ||
| - | Damit folgt | + | Dabei bezeichnet |
| + | |||
| + | * \(\Delta T\) die Temperaturdifferenz zwischen zwei thermischen Punkten, | ||
| + | * \(R_{\rm th}\) den thermischen Widerstand zwischen diesen Punkten und | ||
| + | * \(\dot Q\) den Wärmestrom. | ||
| + | |||
| + | Die Einheit des thermischen Widerstands ist | ||
| \[ | \[ | ||
| - | T_{\rm Bauteil}=T_{\rm Umgebung}+P\cdot R_{\rm th}. | + | [R_{\rm th}] |
| + | = | ||
| + | \frac{\mathrm{K}}{\mathrm{W}}. | ||
| \] | \] | ||
| - | Angenommen, für einen konkreten Aufbau gilt näherungsweise | + | Ein thermischer Widerstand von beispielsweise $R_{\rm th}=80~\mathrm{K/ |
| + | |||
| + | Im stationären Zustand muss die im Widerstand erzeugte Verlustleistung als Wärme an die Umgebung abgegeben werden. Für eine vereinfachte Betrachtung kann deshalb | ||
| \[ | \[ | ||
| - | R_{\rm th}=80~\mathrm{K/ | + | \dot Q \approx P_{\rm Verlust} |
| \] | \] | ||
| - | Bei \(P=450~\mathrm{mW}\) steigt die Temperatur dann um | + | gesetzt werden. |
| + | |||
| + | Damit erhält man | ||
| \[ | \[ | ||
| - | \Delta T=0.45~\mathrm{W}\cdot80~\mathrm{K/W}=36~\mathrm{K}. | + | \Delta T=P_{\rm Verlust}\cdot R_{\rm th}. |
| \] | \] | ||
| - | Bei einer Umgebungstemperatur von \(40^\circ\mathrm{C}\) | + | Die Temperatur des Bauteils |
| \[ | \[ | ||
| - | T_{\rm Bauteil}\approx76^\circ\mathrm{C}. | + | T_{\rm Bauteil} |
| + | = | ||
| + | T_{\rm Umgebung} | ||
| + | + | ||
| + | P_{\rm Verlust}\cdot R_{\rm th}. | ||
| \] | \] | ||
| - | Diese Rechnung | + | Diese Beziehung |
| + | |||
| + | <WRAP center round info 80%> | ||
| + | **Wichtig: | ||
| + | |||
| + | Beispiele sind etwa | ||
| + | |||
| + | * Bauteil → Umgebung, | ||
| + | * Sperrschicht → Gehäuse, | ||
| + | * Gehäuse → Kühlkörper. | ||
| + | |||
| + | Ein Wert für \(R_{\rm th}\) ist daher nur zusammen mit der Angabe sinnvoll, zwischen welchen Punkten er gilt. | ||
| + | </ | ||
| + | |||
| + | Angenommen, für den betrachteten Aufbau gilt näherungsweise $R_{\rm th}=80~\mathrm{K/ | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | \Delta T | ||
| + | = | ||
| + | 0.45~\mathrm{W} | ||
| + | \cdot | ||
| + | 80~\mathrm{K/ | ||
| + | = | ||
| + | 36~\mathrm{K}. | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | Bei einer Umgebungstemperatur von $T_{\rm Umgebung}=40^\circ\mathrm{C}$ folgt damit | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | T_{\rm Bauteil} | ||
| + | \approx | ||
| + | 40^\circ\mathrm{C}+36~\mathrm{K} | ||
| + | = | ||
| + | 76^\circ\mathrm{C}. | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | Die Temperaturdifferenz kann dabei sowohl in Kelvin als auch in Grad Celsius angegeben werden: $\Delta T=36 ~\mathrm{K} = 36^\circ\mathrm{C}$. | ||
| + | |||
| + | Für absolute Temperaturen müssen Kelvin und Grad Celsius dagegen unterschieden werden. | ||
| + | |||
| + | Die Rechnung ist bewusst ein vereinfachtes stationäres Modell. In einem realen | ||
| + | |||
| + | Deshalb hängt der effektive thermische Widerstand unter anderem von | ||
| + | |||
| + | * Kupferfläche | ||
| + | * Leiterplattendicke und Lagenaufbau, | ||
| + | * Padgeometrie, | ||
| + | * Luftströmung, | ||
| + | * Einbaulage und | ||
| + | * benachbarten Wärmequellen | ||
| === Derating === | === Derating === | ||
| - | Die im Datenblatt angegebene Nennleistung gilt üblicherweise nur unter definierten thermischen Bedingungen. Oberhalb einer bestimmten Umgebungs- oder Anschlusstemperatur muss die zulässige Verlustleistung reduziert werden. | + | Die im Datenblatt angegebene Nennleistung gilt üblicherweise nur unter definierten thermischen Bedingungen. Oberhalb einer bestimmten Umgebungs- oder Anschlusstemperatur muss die zulässige Verlustleistung |
| Diese Reduzierung wird als **Derating** bezeichnet. | Diese Reduzierung wird als **Derating** bezeichnet. | ||
| - | [DATENBLATTABBILDUNG: | + | < |
| - | + | < | |
| - | Lesen Sie aus der Kennlinie ab, bis zu welcher Temperatur die volle Nennleistung zulässig ist und wie die Belastbarkeit oberhalb dieser Temperatur abnimmt. | + | </ |
| + | {{drawio> | ||
| + | </ | ||
| === Temperaturabhängigkeit des Widerstandswerts === | === Temperaturabhängigkeit des Widerstandswerts === | ||
| Line 289: | Line 286: | ||
| Für Präzisions- und Shunt-Widerstände ist diese Beschreibung im üblichen Arbeitsbereich häufig ausreichend. | Für Präzisions- und Shunt-Widerstände ist diese Beschreibung im üblichen Arbeitsbereich häufig ausreichend. | ||
| - | Bei stark temperaturabhängigen Bauteilen, insbesondere NTC-Thermistoren, | + | Bei stark temperaturabhängigen Bauteilen, insbesondere |
| \[ | \[ | ||
| Line 301: | Line 298: | ||
| \] | \] | ||
| - | Die Temperatur ist dabei in Kelvin einzusetzen. | + | Die Konstante $B$ wird mit der Einheit $\rm K$ angegeben; damit die Temperatur ist ebenso |
| - | ==== 1.1.3 Bauformen: Warum nicht immer das kleinste Bauteil? | + | ==== 1.1.3 Widerstandsbauformen |
| + | === Abmaße === | ||
| Für denselben Widerstandswert sind häufig viele unterschiedliche Bauformen verfügbar. Ein \(10~\mathrm{k\Omega}\)-Widerstand kann beispielsweise als 0402, 0603, 0805, 1206 oder als bedrahtetes Bauteil ausgeführt sein. | Für denselben Widerstandswert sind häufig viele unterschiedliche Bauformen verfügbar. Ein \(10~\mathrm{k\Omega}\)-Widerstand kann beispielsweise als 0402, 0603, 0805, 1206 oder als bedrahtetes Bauteil ausgeführt sein. | ||
| - | |||
| - | {{ : | ||
| Bei SMD-Bauteilen ist zwischen imperialen und metrischen Baugrößenbezeichnungen zu unterscheiden: | Bei SMD-Bauteilen ist zwischen imperialen und metrischen Baugrößenbezeichnungen zu unterscheiden: | ||
| Line 323: | Line 319: | ||
| Die folgenden Werte sind nur typische Größenordnungen; | Die folgenden Werte sind nur typische Größenordnungen; | ||
| - | ^ Bauform ^ Handlöten ^ typische Nennleistung ^ typische Verwendung ^ | + | ^ Bauform |
| - | | 0402 / 1005 | schwierig | ca. \(50\dots100~\mathrm{mW}\) | hohe Packungsdichte | | + | | 0402 / 1005Metric |
| - | | 0603 / 1608 | mit Übung gut möglich | ca. \(100~\mathrm{mW}\) | Standard-SMD | | + | | 0603 / 1608Metric |
| - | | 0805 / 2012 | gut | ca. \(125~\mathrm{mW}\) | Entwicklung und universelle Anwendungen | | + | | 0805 / 2012Metric |
| - | | 1206 / 3216 | sehr gut | ca. \(250~\mathrm{mW}\) | höhere Belastbarkeit, | + | | 1206 / 3216Metric |
| - | | THT 1/4 W | sehr einfach | typ. \(250~\mathrm{mW}\) | Handaufbau, Lehre, Prototypen | | + | | THT 1/4 W |
| - | + | ||
| - | Bei einem Shunt kommt ein weiterer Punkt hinzu: Ein sehr kleiner Widerstandswert bedeutet nicht, dass auch das Bauteil klein sein kann. Der Widerstand muss unter Umständen mehrere Ampere führen und dabei die entstehende Wärme abgeben. | + | |
| <WRAP center round note 80%> | <WRAP center round note 80%> | ||
| Line 336: | Line 330: | ||
| </ | </ | ||
| - | ==== 1.1.4 Strommessung mit einem Shunt ==== | + | Bei einem Shunt kommt ein bezüglich der Baugröße weiterer Punkt hinzu: Ein sehr kleiner Widerstandswert $R$ bedeutet nicht, dass auch das Bauteil klein sein kann. Der Widerstand muss unter Umständen mehrere Ampere führen und dabei die entstehende Wärme abgeben. |
| - | Ein Shunt wandelt einen Strom in eine messbare Spannung um: | + | === Spezialfall: Shunt === |
| - | \[ | + | Wie oben bereits schon bereichnet wandelt ein Shunt wandelt einen Strom in eine messbare Spannung um. \\ |
| - | U_{\rm SENSE}=I_{\rm M}R_{\rm SENSE}. | + | In unserem Beispiel ergibt sich über $R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega}$ bei einem Strom von $I_{\rm M}=3~\mathrm{A}$ eine Spannnung von $U_{\rm SENSE}=150~\mathrm{mV}$. |
| - | \] | + | |
| - | Für \(R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega}\) und \(I_{\rm M}=3~\mathrm{A}\) gilt | + | Aber: Warum wird nicht einfach ein deutlich größerer Widerstand verwendet, um ein größeres Messsignal zu erhalten? |
| - | + | ||
| - | \[ | + | |
| - | U_{\rm SENSE}=150~\mathrm{mV}. | + | |
| - | \] | + | |
| - | + | ||
| - | Warum wird nicht einfach ein deutlich größerer Widerstand verwendet, um ein größeres Messsignal zu erhalten? | + | |
| Bei einem Shunt wirken zwei Anforderungen gegeneinander. | Bei einem Shunt wirken zwei Anforderungen gegeneinander. | ||
| - | {{ : | + | ^ Eigenschaft |
| + | | Messspannung \(U_{\rm SENSE}=I\cdot R_{\rm SENSE}\) | <fc # | ||
| + | | Eigenerwärmung / Verlustleistung \(P=I^2R_{\rm SENSE}\) | <fc # | ||
| + | | Spannungsabfall im Lastpfad | ||
| + | | Empfindlichkeit gegenüber Störungen | ||
| + | | Anforderungen an Verstärker und Layout | ||
| - | Ein größerer | + | Der Shunt muss daher so gewählt werden, dass die Messspannung ausreichend groß ist, ohne den Laststromkreis durch Spannungsabfall |
| - | Ein kleinerer Shunt beeinflusst den Laststromkreis weniger. Dafür wird die Messspannung kleiner. Offsetspannungen, | + | === Shunt mit vier Anschlüssen |
| - | + | ||
| - | === Datenblattbeispiel === | + | |
| - | + | ||
| - | Für diesen Block sollte ein konkreter Vierleiter-Shunt mit einem Widerstandswert in der Größenordnung \(10\dots50~\mathrm{m\Omega}\) verwendet werden. | + | |
| - | + | ||
| - | Im Datenblatt sind mindestens folgende Punkte zu untersuchen: | + | |
| - | + | ||
| - | - Nennwiderstand und Toleranz, | + | |
| - | - Temperaturkoeffizient, | + | |
| - | - Nennleistung, | + | |
| - | - Derating, | + | |
| - | - Pulsbelastbarkeit, | + | |
| - | - Abmessungen, | + | |
| - | - Lage der Last- und Sense-Anschlüsse. | + | |
| - | + | ||
| - | Die entscheidende Frage lautet nicht „Welcher Wert steht im Datenblatt? | + | |
| - | + | ||
| - | ==== 1.1.5 Warum braucht ein Shunt vier Anschlüsse? | + | |
| Bei Widerständen im Kiloohm-Bereich kann der Widerstand einer Leiterbahn normalerweise vernachlässigt werden. Bei einem Shunt im Milliohm-Bereich gilt dies nicht mehr. | Bei Widerständen im Kiloohm-Bereich kann der Widerstand einer Leiterbahn normalerweise vernachlässigt werden. Bei einem Shunt im Milliohm-Bereich gilt dies nicht mehr. | ||
| Line 405: | Line 379: | ||
| Wird die Spannung an den falschen Punkten gemessen, enthält das Messergebnis daher nicht nur den Spannungsabfall des Shunts, sondern zusätzlich Spannungsabfälle an Leiterbahnen, | Wird die Spannung an den falschen Punkten gemessen, enthält das Messergebnis daher nicht nur den Spannungsabfall des Shunts, sondern zusätzlich Spannungsabfälle an Leiterbahnen, | ||
| - | {{ : | + | < |
| + | < | ||
| + | </ | ||
| + | {{drawio> | ||
| + | </ | ||
| + | |||
| + | |||
| + | < | ||
| + | {{url> | ||
| + | </ | ||
| Beim Vierleiter- oder Kelvin-Anschluss werden Laststrom und Spannungsmessung getrennt geführt. Zwei Anschlüsse führen den großen Laststrom. Zwei separate Sense-Leitungen erfassen die Spannung möglichst direkt am Widerstandselement. | Beim Vierleiter- oder Kelvin-Anschluss werden Laststrom und Spannungsmessung getrennt geführt. Zwei Anschlüsse führen den großen Laststrom. Zwei separate Sense-Leitungen erfassen die Spannung möglichst direkt am Widerstandselement. | ||
| Line 411: | Line 394: | ||
| Da der Eingang der nachfolgenden Messschaltung hochohmig ist, fließt durch die Sense-Leitungen nur ein sehr kleiner Strom. Ihr eigener Leitungswiderstand erzeugt deshalb praktisch keinen zusätzlichen Spannungsabfall. | Da der Eingang der nachfolgenden Messschaltung hochohmig ist, fließt durch die Sense-Leitungen nur ein sehr kleiner Strom. Ihr eigener Leitungswiderstand erzeugt deshalb praktisch keinen zusätzlichen Spannungsabfall. | ||
| - | === Falstad-Experiment | + | === Datenblattbeispiel |
| - | {{url> FALSTAD_LINK_KELVIN 900,500 noscroll noborder}} | ||
| - | Die Simulation enthält | + | # |
| + | # | ||
| - | | + | Für die Leit-Schaltung wird ein Strommesswiderstand von $R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega}$ benötigt. |
| - | - zwei Leiterbahn- bzw. Kontaktwiderstände, | + | Als reales Beispiel wird die Vierleiter-Shunt-Serie **Ohmite FC4L** betrachtet: [[https:// |
| - | | + | |
| - | - eine Zweileiter- und eine Vierleitermessung. | + | |
| - | Vergleichen | + | Betrachten |
| + | \\ \\ \\ \\ | ||
| + | 1. Prüfen | ||
| - | ==== 1.1.6 Vom realen Schalter zur Logik ==== | + | # |
| - | Auch ein Schalter | + | Für den **FC4L32** |
| + | |||
| + | Damit ist $R=50~\mathrm{m\Omega}$ verfügbar. | ||
| - | Ein ideal geschlossener Schalter besitzt | + | Die Nennleistung des FC4L32 beträgt |
| \[ | \[ | ||
| - | R_{\rm on}=0. | + | P_N=1~\mathrm{W}. |
| \] | \] | ||
| - | An ihm fällt keine Spannung ab und er erzeugt keine Verlustleistung. | + | # |
| - | Ein ideal geöffneter Schalter besitzt dagegen | + | |
| + | 2. Bestimmen Sie die Abmessungen des FC4L32 und ordnen Sie die Baugröße ungefähr einer bekannten SMD-Bauform zu. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Für den FC4L32 gibt das Datenblatt ungefähr | ||
| \[ | \[ | ||
| - | R_{\rm off}\rightarrow\infty. | + | L=3.2~\mathrm{mm} |
| \] | \] | ||
| - | Durch ihn fließt kein Strom. | + | und |
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | W=1.6~\mathrm{mm} | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | an. | ||
| + | |||
| + | Damit entspricht die Größe ungefähr einer **1206-Bauform** bzw. metrisch **3216**. | ||
| + | |||
| + | Wichtig ist jedoch, dass es sich konstruktiv nicht um einen gewöhnlichen Zweileiter-1206-Widerstand handelt, sondern um einen Vierleiter-Shunt. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 3. Erklären Sie anhand der Zeichnung im Datenblatt, welche Anschlüsse den Laststrom führen und welche Anschlüsse zur Spannungsmessung verwendet werden. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Das Datenblatt unterscheidet zwischen | ||
| + | |||
| + | * **I terminals** für den Laststrom und | ||
| + | * **V terminals** für die Spannungsmessung. | ||
| + | |||
| + | Die größeren Anschlüsse führen den eigentlichen Strom durch das Widerstandselement. | ||
| + | |||
| + | Die kleineren Sense-Anschlüsse erfassen die Spannung direkt am Widerstandselement. Da durch den Eingang der Messschaltung praktisch kein Strom fließt, verursachen Widerstände in den Sense-Leitungen nahezu keinen zusätzlichen Spannungsabfall. | ||
| + | |||
| + | Damit wird eine **Kelvin- bzw. Vierleitermessung** ermöglicht. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 4. Für die Leit-Schaltung fließt ein Motorstrom von $I_{\rm M}=3~\mathrm{A}$. \\ Bestimmen Sie die Verlustleistung im Shunt. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Es gilt | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | P_{\rm SENSE}=I_{\rm M}^2R_{\rm SENSE}. | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | Damit ergibt sich | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | P_{\rm SENSE} | ||
| + | = | ||
| + | (3~\mathrm{A})^2\cdot50~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | = | ||
| + | 0.45~\mathrm{W}. | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | Also: | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | \boxed{P_{\rm SENSE}=450~\mathrm{mW}} | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 5. Vergleichen Sie die Verlustleistung mit der Nennleistung des FC4L32. Ist der Widerstand bei niedriger Umgebungstemperatur grundsätzlich geeignet? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Die Nennleistung beträgt | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | P_N=1~\mathrm{W}. | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | Die auftretende Verlustleistung ist | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | P_{\rm SENSE}=0.45~\mathrm{W}. | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | Damit gilt | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | \frac{P_{\rm SENSE}}{P_N} | ||
| + | = | ||
| + | \frac{0.45~\mathrm{W}}{1~\mathrm{W}} | ||
| + | = | ||
| + | 45~\%. | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | Bei einer Umgebungstemperatur, | ||
| + | |||
| + | Die reine Aussage | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | 0.45~\mathrm{W}< | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | ist jedoch noch nicht ausreichend, | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 6. Betrachten Sie die Derating-Kennlinie. Bis zu welcher Umgebungstemperatur ist die volle Nennleistung zulässig? Wie verändert sich die zulässige Leistung bei höheren Temperaturen? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Für die FC4L-Serie ist die volle Nennleistung bis zu einer Umgebungstemperatur von | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | T_{\rm amb}=70^\circ\mathrm{C} | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | zulässig. | ||
| + | |||
| + | Oberhalb von \(70^\circ\mathrm{C}\) wird die zulässige Leistung reduziert. Für die meisten FC4L-Typen fällt sie näherungsweise linear und erreicht bei | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | 155^\circ\mathrm{C} | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | den Wert null. | ||
| + | |||
| + | Damit hängt die zulässige Verlustleistung oberhalb von \(70^\circ\mathrm{C}\) direkt von der Umgebungstemperatur ab. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 7. Schätzen Sie aus der linearen Derating-Kennlinie ab, welche Leistung bei \(T_{\rm amb}=110^\circ\mathrm{C}\) noch zulässig ist. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Zwischen | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | 70^\circ\mathrm{C} | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | und | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | 155^\circ\mathrm{C} | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | fällt die zulässige Leistung von \(100~\%\) auf \(0~\%\). | ||
| + | |||
| + | Die verbleibende Leistung bei \(110^\circ\mathrm{C}\) kann näherungsweise linear bestimmt werden: | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | p_{\rm rel} | ||
| + | = | ||
| + | \frac{155^\circ\mathrm{C}-110^\circ\mathrm{C}} | ||
| + | | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | p_{\rm rel} | ||
| + | = | ||
| + | \frac{45}{85} | ||
| + | \approx0.53. | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | Damit sind noch ungefähr | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | 53~\% | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | der Nennleistung zulässig. | ||
| + | |||
| + | Für den FC4L32 mit | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | P_N=1~\mathrm{W} | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | ergibt sich damit näherungsweise | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | P_{\rm max}(110^\circ\mathrm{C}) | ||
| + | \approx0.53~\mathrm{W}. | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | Die Verlustleistung der Leit-Schaltung von | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | 0.45~\mathrm{W} | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | liegt noch darunter, allerdings nur mit deutlich kleinerer thermischer Reserve als bei niedriger Umgebungstemperatur. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 8. Das Datenblatt gibt für den FC4L32 bei Widerstandswerten zwischen \(10~\mathrm{m\Omega}\) und \(500~\mathrm{m\Omega}\) eine Inrush-Leistung von \(12.5~\mathrm{W}\) und einen maximalen Strom von \(24~\mathrm{A}\) an. Welche Aussage lässt sich daraus für einen \(50~\mathrm{m\Omega}\)-Shunt ableiten? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Die Inrush-Angabe beschreibt eine **kurzzeitige Belastbarkeit** und darf nicht mit der kontinuierlichen Nennleistung von \(1~\mathrm{W}\) verwechselt werden. | ||
| + | |||
| + | Aus | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | I=\sqrt{\frac{P}{R}} | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | ergibt sich für \(P=12.5~\mathrm{W}\) und \(R=50~\mathrm{m\Omega}\) | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | I | ||
| + | = | ||
| + | \sqrt{\frac{12.5~\mathrm{W}}{0.05~\Omega}} | ||
| + | = | ||
| + | \sqrt{250} | ||
| + | \approx15.8~\mathrm{A}. | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | Dieser Wert liegt unter der zusätzlichen Stromgrenze von \(24~\mathrm{A}\). | ||
| + | |||
| + | Damit ist für diesen Widerstandswert die Inrush-Leistung und nicht die absolute Stromgrenze bestimmend. | ||
| + | |||
| + | Der Wert darf jedoch nur für die im Datenblatt angegebenen Pulsbedingungen verwendet werden und nicht als zulässiger Dauerstrom interpretiert werden. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 9. Bewerten Sie abschließend, | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Für den Betriebspunkt gilt: | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | I_{\rm M}=3~\mathrm{A} | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | P_{\rm SENSE}=0.45~\mathrm{W}. | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | Der FC4L32 besitzt eine Nennleistung von | ||
| + | |||
| + | \[ | ||
| + | P_N=1~\mathrm{W}. | ||
| + | \] | ||
| + | |||
| + | Damit liegt die Verlustleistung bei niedriger Umgebungstemperatur deutlich unterhalb der Nennleistung. | ||
| + | |||
| + | Zusätzlich bietet der Widerstand | ||
| + | |||
| + | * einen passenden Widerstandswert, | ||
| + | * einen integrierten Vierleiteranschluss, | ||
| + | * eine Toleranz von \(\pm1~\%\), | ||
| + | * einen TCR von \(\pm50~\mathrm{ppm/ | ||
| + | * eine deutlich höhere kurzzeitige Belastbarkeit. | ||
| + | |||
| + | Der FC4L32 erscheint daher für den betrachteten Betriebspunkt grundsätzlich geeignet. | ||
| + | |||
| + | Für eine endgültige Bauteilauswahl müssten zusätzlich insbesondere die reale Umgebungstemperatur, | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | ==== 1.1.4 Digitale Logik ==== | ||
| + | |||
| + | === Vom realen Schalter zur Logik === | ||
| + | |||
| + | Digitale Signale werden häufig mit den Zuständen **HIGH** und **LOW** beschrieben. Physikalisch stehen dahinter jedoch keine abstrakten Zustände, sondern Spannungen. | ||
| + | |||
| + | Ein Logikgatter muss daher zwei Aufgaben erfüllen: | ||
| + | |||
| + | * Eingangsspannungen als HIGH oder LOW erkennen und | ||
| + | * am Ausgang wieder eine entsprechende Spannung erzeugen. | ||
| + | |||
| + | Im einfachsten Modell kann man sich den Ausgang eines Logikgatters als Schalter vorstellen, der den Ausgang entweder mit der positiven Versorgungsspannung oder mit dem Bezugspotential verbindet. | ||
| + | |||
| + | === Was bedeuten HIGH und LOW? === | ||
| + | |||
| + | In Schaltplänen und Simulationen werden digitale Zustände häufig mit **H** für //HIGH// und **L** für //LOW// bezeichnet. | ||
| + | |||
| + | Im einfachsten idealisierten Modell gilt beispielsweise bei einer Versorgung von $5~\mathrm{V}$: | ||
| + | |||
| + | In einer realen Digitalschaltung ist diese Zuordnung jedoch nicht so scharf. Ein Eingang erkennt vielmehr zwei Spannungsbereiche: | ||
| + | |||
| + | * Spannungen unterhalb einer Grenze $V_{\rm IL}$ werden sicher als **LOW** erkannt. | ||
| + | * Spannungen oberhalb einer Grenze $V_{\rm IH}$ werden sicher als **HIGH** erkannt. | ||
| + | * Dazwischen liegt ein Bereich, in dem der logische Zustand nicht eindeutig definiert ist. | ||
| + | |||
| + | <WRAP center round important 80%> | ||
| + | **HIGH und LOW sind logische Zustände – keine festen Spannungswerte.** | ||
| + | |||
| + | Welche Spannungen als HIGH bzw. LOW erkannt werden, hängt von der verwendeten Logikfamilie und der Versorgungsspannung ab. | ||
| + | </ | ||
| + | |||
| + | === VCC und VDD === | ||
| + | |||
| + | Die positive Versorgungsspannung digitaler Schaltungen wird häufig mit $V_{\rm CC}$ oder $V_{\rm DD}$ bezeichnet. | ||
| + | |||
| + | Die Bezeichnungen stammen ursprünglich aus unterschiedlichen Transistortechnologien: | ||
| + | |||
| + | * $V_{\rm CC}$ stammt aus Schaltungen mit Bipolartransistoren und bezeichnet die Versorgung auf der Kollektorseite. | ||
| + | * $V_{\rm DD}$ stammt aus MOS-Schaltungen und bezeichnet die Versorgung auf der Drain-Seite. | ||
| + | |||
| + | Als Bezugspotential findet man entsprechend Bezeichnungen wie $V_{\rm EE}$ oder $V_{\rm SS}$. | ||
| + | |||
| + | In vielen heutigen Digitalschaltungen gilt näherungsweise $V_{\rm SS}=0~\mathrm{V}$ und beispielsweise $V_{\rm DD}=3.3~\mathrm{V}$ oder $V_{\rm DD}=5~\mathrm{V}$. | ||
| + | |||
| + | <WRAP center round info 80%> | ||
| + | $V_{\rm DD}$ bzw. $V_{\rm CC}$ ist die **Versorgungsspannung** der Schaltung. | ||
| + | |||
| + | * Ein HIGH-Pegel liegt häufig nahe an dieser Spannung, ist aber nicht automatisch exakt gleich $V_{\rm DD}$ bzw. $V_{\rm CC}$. | ||
| + | * Ebenso liegt auch ein LOW-Pegel nicht exakt bei $0~\mathrm{V}$ | ||
| + | |||
| + | In Datenblättern finden sich deshalb Bereiche, welche Spannungswerte als HIGH und LOW gewertet werden. | ||
| + | </ | ||
| + | |||
| + | === Schalter: Öffner und Schließer === | ||
| + | |||
| + | Im folgenden wird die Logik durch die vereinfachte Schalterschaltung dargestellt. | ||
| + | Auch ein Schalter ist zunächst nur ein Modell. | ||
| + | |||
| + | * Ein ideal geschlossener Schalter besitzt $R_{\rm on}=0$. An ihm fällt keine Spannung ab und er erzeugt keine Verlustleistung. | ||
| + | * Ein ideal geöffneter Schalter besitzt dagegen $R_{\rm off}\rightarrow\infty$. | ||
| Ein realer Schalter erreicht beide Grenzfälle nicht vollständig: | Ein realer Schalter erreicht beide Grenzfälle nicht vollständig: | ||
| Line 455: | Line 770: | ||
| Diese Beschreibung wird später beim MOSFET erneut wichtig. Dort wird aus dem abstrakten \(R_{\rm on}\) der Datenblattwert \(R_{\rm DS(on)}\). | Diese Beschreibung wird später beim MOSFET erneut wichtig. Dort wird aus dem abstrakten \(R_{\rm on}\) der Datenblattwert \(R_{\rm DS(on)}\). | ||
| - | |||
| - | === Öffner und Schließer === | ||
| Ein **Schließer** stellt bei Betätigung eine Verbindung her. Ein **Öffner** unterbricht eine bestehende Verbindung. | Ein **Schließer** stellt bei Betätigung eine Verbindung her. Ein **Öffner** unterbricht eine bestehende Verbindung. | ||
| Line 462: | Line 775: | ||
| Aus gesteuerten Öffnern und Schließern können logische Funktionen aufgebaut werden. | Aus gesteuerten Öffnern und Schließern können logische Funktionen aufgebaut werden. | ||
| - | === Inverter === | + | === Der Inverter === |
| - | Beim Inverter | + | Die einfachste logische Schaltung ist der Inverter. |
| - | ^ \(A\) ^ \(Y\) ^ | + | Ein Inverter besitzt einen Eingang |
| - | | 0 | 1 | | + | |
| - | | 1 | 0 | | + | |
| - | Damit ist | + | ^ Eingang \(X\) ^ Ausgang \(Y\) ^ |
| + | | L | H | | ||
| + | | H | L | | ||
| - | \[ | + | Das interessante Detail ist hier nicht die Wahrheitstabelle, |
| - | Y=\overline{A}. | + | |
| - | \] | + | < |
| + | **Simulation: | ||
| + | |||
| + | {{url> | ||
| + | </ | ||
| + | |||
| + | Die Schaltung ähnelt bereits einer Halbbrücke: | ||
| + | Auch hier dürfen niemals beide Schalter dauerhaft gleichzeitig eingeschaltet sein, um einen Kurzschluss der Versorgungsspannungsquelle zu vermeiden. | ||
| + | |||
| + | Genau dieses Prinzip begegnet uns später bei der MOSFET-H-Brücke erneut. | ||
| + | |||
| + | === Mehrere Schalter: AND, OR und ihre Negationen === | ||
| + | |||
| + | Mehrere Schalter können in Reihe oder parallel geschaltet werden. | ||
| + | |||
| + | Bei einer **Reihenschaltung** kann ein Strompfad nur entstehen, wenn alle notwendigen Schalter geschlossen sind. Dieses Verhalten entspricht der Grundidee eines AND-Gatters. | ||
| + | |||
| + | < | ||
| + | **Simulation: | ||
| + | |||
| + | {{url> | ||
| + | </ | ||
| + | |||
| + | ^ \(X_0\) ^ \(X_1\) ^ AND ^ | ||
| + | | L | L | L | | ||
| + | | L | H | L | | ||
| + | | H | L | L | | ||
| + | | H | H | H | | ||
| + | |||
| + | Bei einer **Parallelschaltung** genügt dagegen bereits ein geschlossener Pfad. Dieses Verhalten entspricht der Grundidee eines OR-Gatters. | ||
| + | |||
| + | < | ||
| + | **Simulation: | ||
| + | |||
| + | {{url> | ||
| + | </ | ||
| + | |||
| + | ^ \(X_0\) ^ \(X_1\) ^ OR ^ | ||
| + | | L | L | L | | ||
| + | | L | H | H | | ||
| + | | H | L | H | | ||
| + | | H | H | H | | ||
| === NAND und NOR === | === NAND und NOR === | ||
| - | Werden | + | Werden |
| - | Für NAND gilt | + | ==== NAND ==== |
| - | \[ | + | Beim NAND ist der Ausgang nur dann LOW, wenn beide Eingänge HIGH sind. |
| - | Y=\overline{A\cdot B}. | + | |
| - | \] | + | |
| - | ^ \(A\) ^ \(B\) ^ \(Y\) ^ | + | ^ \(X_0\) ^ \(X_1\) ^ NAND ^ |
| - | | 0 | 0 | 1 | | + | | L | L | H | |
| - | | 0 | 1 | 1 | | + | | L | H | H | |
| - | | 1 | 0 | 1 | | + | | H | L | H | |
| - | | 1 | 1 | 0 | | + | | H | H | L | |
| - | Für NOR gilt | + | < |
| + | **Simulation: | ||
| - | \[ | + | {{url> |
| - | Y=\overline{A+B}. | + | </ |
| - | \] | + | |
| - | ^ \(A\) ^ \(B\) ^ \(Y\) ^ | + | ==== NOR ==== |
| - | | 0 | 0 | 1 | | + | |
| - | | 0 | 1 | 0 | | + | |
| - | | 1 | 0 | 0 | | + | |
| - | | 1 | 1 | 0 | | + | |
| - | {{ : | + | Beim NOR ist der Ausgang nur dann HIGH, wenn beide Eingänge LOW sind. |
| + | |||
| + | ^ \(X_0\) ^ \(X_1\) ^ NOR ^ | ||
| + | | L | L | H | | ||
| + | | L | H | L | | ||
| + | | H | L | L | | ||
| + | | H | H | L | | ||
| + | |||
| + | |||
| + | <WRAP center round info 80%> | ||
| + | Für diesen Kurs ist nicht entscheidend, | ||
| + | |||
| + | Wichtig ist vielmehr: | ||
| + | |||
| + | * welche Spannungsbereiche HIGH und LOW repräsentieren, | ||
| + | * wie Schalter | ||
| + | * welche Ausgangszustände sich aus den Eingangszuständen ergeben und | ||
| + | * dass auch Logikgatter letztlich aus realen Transistoren mit endlichen Widerständen und Schaltzeiten bestehen. | ||
| + | </ | ||
| Der Zusammenhang ist für die spätere Motortreiberschaltung wichtig: Die Logik auf der linken Seite und die Leistungstransistoren auf der rechten Seite können beide als Netzwerke gesteuerter Schalter verstanden werden. Die Leistungsniveaus und die Anforderungen an die realen Schalter unterscheiden sich jedoch erheblich. | Der Zusammenhang ist für die spätere Motortreiberschaltung wichtig: Die Logik auf der linken Seite und die Leistungstransistoren auf der rechten Seite können beide als Netzwerke gesteuerter Schalter verstanden werden. Die Leistungsniveaus und die Anforderungen an die realen Schalter unterscheiden sich jedoch erheblich. | ||
| + | |||
| + | === Was ist im ROM?=== | ||
| + | |||
| + | In der vereinfachten Darstellung der Leit-Schaltung wurde die Ansteuerlogik zunächst als **ROM** (Read Only Memory) gezeigt. | ||
| + | |||
| + | < | ||
| + | {{url> | ||
| + | </ | ||
| + | |||
| + | |||
| + | |||
| + | Das ROM erhält die Eingangssignale: | ||
| + | |||
| + | * $CLK$ | ||
| + | * $EN$ bzw. das invertierte $\overline{EN}$ | ||
| + | * $OCP$ | ||
| + | |||
| + | und erzeugt daraus die vier Steuersignale: | ||
| + | |||
| + | * $HS1$ | ||
| + | * $LS1$ | ||
| + | * $HS2$ | ||
| + | * $LS2$ | ||
| + | |||
| + | Die ROM-Darstellung ist dabei zunächst nur eine **funktionale Beschreibung**: | ||
| + | |||
| + | Das ROM kann daher als gespeicherte Wahrheitstabelle verstanden werden. Die Adresseingänge $A0$, $A1$ und $A2$ wählen eine Zeile dieser Tabelle aus; an den Datenausgängen $D0\dots D3$ erscheinen die zugehörigen Ausgangszustände. | ||
| + | |||
| + | Für die reale Schaltung ist ein ROM jedoch nicht zwingend notwendig. Dieselbe logische Funktion kann auch direkt mit Logikgattern aufgebaut werden. | ||
| + | |||
| + | In der Gatter-Schaltung lassen sich einige Funktionen direkt wiedererkennen: | ||
| + | |||
| + | * $EN$ gibt den Betrieb grundsätzlich frei. | ||
| + | * $OCP$ kann die Freigabe sperren. | ||
| + | * $CLK$ bestimmt, welche Seite der H-Brücke angesteuert wird. | ||
| + | * Inverter erzeugen die jeweils komplementären Signale. | ||
| + | * AND-Gatter verknüpfen Freigabe, Takt und Schutzsignale. | ||
| + | |||
| + | Die beiden Darstellungen beschreiben damit im Kern dieselbe Aufgabe: | ||
| + | |||
| + | ^ Darstellung ^ Bedeutung ^ | ||
| + | | ROM | Zuordnung von Eingangskombinationen zu Ausgangskombinationen | | ||
| + | | Gatter-Schaltung | direkte Realisierung derselben Zuordnung mit logischen Grundfunktionen | | ||
| + | |||
| + | Die Gatter-Schaltung enthält zusätzlich noch ein Detail, das in der ROM-Darstellung nicht sichtbar ist: Zwischen den logischen Signalen und den vier Gate-Steuersignalen befinden sich RC-Glieder. | ||
| + | |||
| + | Diese erzeugen eine kleine zeitliche Verzögerung und dienen dazu, dass beim Umschalten nicht gleichzeitig High-Side- und Low-Side-Schalter eines Brückenzweigs eingeschaltet sind. | ||
| + | |||
| + | Diese sogenannte **Totzeit** wird später bei der H-Brücke noch genauer betrachtet. | ||
| + | |||
| + | <WRAP center round info 80%> | ||
| + | Die ROM- und die Gatter-Darstellung zeigen zwei unterschiedliche Sichtweisen auf dieselbe Funktion: | ||
| + | |||
| + | * Das ROM beschreibt **was** ausgegeben werden soll. | ||
| + | * Die Gatter-Schaltung zeigt **wie** diese Funktion mit elementaren Logikbausteinen realisiert werden kann. | ||
| + | </ | ||
| ===== 1.2 Häufige Fehler ===== | ===== 1.2 Häufige Fehler ===== | ||
| Line 517: | Line 939: | ||
| * **Kelvin-Sense zu weit vom Widerstand abgreifen: | * **Kelvin-Sense zu weit vom Widerstand abgreifen: | ||
| * **Reale Schalter mit idealen Grenzfällen verwechseln: | * **Reale Schalter mit idealen Grenzfällen verwechseln: | ||
| + | * HIGH mit $V_{\rm DD}$ und LOW mit exakt $0,\mathrm V$ gleichsetzen. | ||
| ===== 1.3 Übungen ===== | ===== 1.3 Übungen ===== | ||
| - | ==== Kurze Aufgaben ==== | + | # |
| - | + | ||
| - | # | + | |
| # | # | ||
| - | Ein Strommesswiderstand mit \(R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega}\) wird von einem Strom von \(I=3~\mathrm{A}\) durchflossen. | ||
| - | - Bestimmen Sie die Messspannung \(U_{\rm SENSE}\). | + | In einer Motorschaltung soll ein Strom bis $I_{\rm M}=5~\mathrm{A}$ gemessen werden. Zur Auswahl stehen zwei Shunts: |
| - | | + | |
| - | - Erläutern Sie, warum ein größerer Shunt nicht automatisch | + | ^ Variante ^ Widerstand ^ |
| + | | A | $20~\mathrm{m\Omega}$ | | ||
| + | | B | $50~\mathrm{m\Omega}$ | | ||
| + | |||
| + | 1. Bestimmen Sie für beide Shunts | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Für Variante A gilt: | ||
| + | |||
| + | $U_{\rm SENSE,A}=I_{\rm M}\cdot R_{\rm SENSE} | ||
| + | =5~\mathrm{A}\cdot20~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | =100~\mathrm{mV}$. | ||
| + | |||
| + | Für Variante B gilt: | ||
| + | |||
| + | $U_{\rm SENSE, | ||
| + | =250~\mathrm{mV}$. | ||
| + | |||
| + | Der größere Shunt erzeugt somit das größere Messsignal. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 2. Bestimmen Sie für beide Varianten | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Mit $P=I^2R$ ergibt sich: | ||
| + | |||
| + | $P_A=(5~\mathrm{A})^2\cdot20~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | =0.50~\mathrm{W}$. | ||
| + | |||
| + | $P_B=(5~\mathrm{A})^2\cdot50~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | =1.25~\mathrm{W}$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 3. Ein zur Verfügung stehender Widerstand darf unter den gegebenen Bedingungen höchstens $0.75~\mathrm{W}$ umsetzen. Welche Variante kann verwendet werden? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Variante A liegt mit $0.50~\mathrm{W}$ unterhalb der Grenze. | ||
| + | |||
| + | Variante B überschreitet mit $1.25~\mathrm{W}$ die zulässige Verlustleistung. | ||
| + | |||
| + | Unter dieser Randbedingung kann daher nur Variante A verwendet werden. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 4. Warum ist trotzdem | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Mit kleiner werdendem $R_{\rm SENSE}$ sinken zwar Verlustleistung und Spannungsabfall im Lastpfad. | ||
| + | |||
| + | Gleichzeitig wird aber auch die Messspannung kleiner. Dadurch werden Offsetspannungen, | ||
| + | |||
| + | Die Wahl des Shunts | ||
| + | |||
| + | * geringer Beeinflussung des Laststromkreises und | ||
| + | * einem ausreichend großen Messsignal. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | # | + | |
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | Ein Widerstand setzt \(P=300~\mathrm{mW}\) um. Für den betrachteten Aufbau gilt näherungsweise \(R_{\rm th}=120~\mathrm{K/ | ||
| - | - Bestimmen Sie die Temperaturerhöhung. | + | Ein Shunt setzt im Betrieb $P=450~\mathrm{mW}$ um. Für den betrachteten Aufbau wird ein effektiver thermischer Widerstand von $R_{\rm th}=80~\mathrm{K/ |
| - | - Bestimmen | + | |
| - | | + | 1. Bestimmen Sie die Temperaturerhöhung |
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Es gilt $\Delta T=P\cdot R_{\rm th}$. | ||
| + | |||
| + | Damit folgt: | ||
| + | |||
| + | $\Delta T=0.45~\mathrm{W}\cdot80~\mathrm{K/ | ||
| + | =36~\mathrm{K}$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 2. Welche Bauteiltemperatur ergibt sich im stationären Zustand? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | $T_{\rm B}=T_{\rm U}+\Delta T$ | ||
| + | |||
| + | und damit | ||
| + | |||
| + | $T_{\rm B}=60^\circ\mathrm{C}+36~\mathrm{K} | ||
| + | =96^\circ\mathrm{C}$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 3. Erklären | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Die errechnete Temperatur muss mit den zulässigen Temperaturen und Leistungsgrenzen des konkreten Bauteils verglichen werden. | ||
| + | |||
| + | Zusätzlich muss geprüft werden, ob bei $60^\circ\mathrm{C}$ noch die volle Nennleistung zulässig ist oder bereits ein Derating berücksichtigt werden muss. | ||
| + | |||
| + | Auch der angenommene thermische Widerstand gilt nur für einen bestimmten thermischen Aufbau. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 4. Nennen Sie zwei Änderungen am Leiterplattenaufbau, durch die sich die Bauteiltemperatur verändern kann. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Beispielsweise können | ||
| + | |||
| + | * größere Kupferflächen, | ||
| + | * breitere Leiterbahnen, | ||
| + | * zusätzliche Kupferlagen, | ||
| + | * thermische Vias oder | ||
| + | * eine stärkere Luftströmung | ||
| + | |||
| + | den effektiven thermischen Widerstand verändern. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | # | + | |
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | Ein elektronischer Schalter besitzt im eingeschalteten Zustand \(R_{\rm on}=50~\mathrm{m\Omega}\). Durch ihn fließt ein Strom von \(I=4~\mathrm{A}\). | ||
| - | - Bestimmen Sie den Spannungsabfall. | + | Ein Shunt besitzt $R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega}$. Durch ihn fließen $I=3~\mathrm{A}$. |
| - | - Bestimmen Sie die Verlustleistung. | + | |
| - | - Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem idealen Schalter. | + | Bei einer Zweileitermessung befinden sich im erfassten Strompfad zusätzlich Leiterbahn- und Kontaktwiderstände von insgesamt $R_{\rm parasitär}=20~\mathrm{m\Omega}$. |
| + | |||
| + | 1. Welche Spannung fällt tatsächlich am Shunt ab? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | $U_{\rm SENSE}=I\cdot R_{\rm SENSE} | ||
| + | =3~\mathrm{A}\cdot50~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | =150~\mathrm{mV}$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 2. Welche Spannung würde bei einer Zweileitermessung einschließlich der parasitären Widerstände gemessen? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Der insgesamt erfasste Widerstand beträgt: | ||
| + | |||
| + | $R_{\rm ges}=50~\mathrm{m\Omega}+20~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | =70~\mathrm{m\Omega}$. | ||
| + | |||
| + | Damit ergibt sich: | ||
| + | |||
| + | $U_{\rm 2L} | ||
| + | =3~\mathrm{A}\cdot70~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | =210~\mathrm{mV}$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 3. Wie groß ist der relative Messfehler bezogen auf die tatsächliche Shuntspannung? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Die absolute Abweichung beträgt: | ||
| + | |||
| + | $\Delta U=210~\mathrm{mV}-150~\mathrm{mV} | ||
| + | =60~\mathrm{mV}$. | ||
| + | |||
| + | Der relative Fehler ist: | ||
| + | |||
| + | ${\Delta U\over U_{\rm SENSE}} | ||
| + | ={60~\mathrm{mV}\over150~\mathrm{mV}} | ||
| + | =0.4$. | ||
| + | |||
| + | Damit beträgt der relative Messfehler $40~\%$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 4. Warum beseitigt eine Vierleitermessung diesen Fehler weitgehend? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Die Sense-Leitungen werden möglichst direkt am Widerstandselement angeschlossen. | ||
| + | |||
| + | Durch die Sense-Leitungen fließt aufgrund des hochohmigen Messeingangs nur ein sehr kleiner Strom. Dadurch erzeugen ihre eigenen Leiterbahn- und Kontaktwiderstände praktisch keinen zusätzlichen Spannungsabfall. | ||
| + | |||
| + | Die Spannungsmessung erfasst daher weitgehend nur den Spannungsabfall am eigentlichen Shunt. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | ==== Längere Aufgaben ==== | ||
| - | # | + | |
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | Verwenden Sie das in Abschnitt 1.1.4 angegebene Datenblatt. | ||
| - | Suchen Sie folgende Angaben und notieren Sie jeweils die Fundstelle: | + | Ein digitales Bauteil wird mit $V_{\rm DD}=3.3~\mathrm{V}$ betrieben. |
| - | - Nennwiderstand | + | Laut Datenblatt gelten Eingangsspannungen bis $V_{\rm IL}=0.8~\mathrm{V}$ sicher als LOW und Eingangsspannungen ab $V_{\rm IH}=2.0~\mathrm{V}$ sicher als HIGH. |
| - | - Temperaturkoeffizient, | + | |
| - | - Nennleistung, | + | 1. Ordnen Sie die Spannungen $0.4~\mathrm{V}$, $1.4~\mathrm{V}$ und $2.8~\mathrm{V}$ den Zuständen LOW, undefiniert oder HIGH zu. |
| - | - zulässiger Temperaturbereich, | + | |
| - | - Derating-Kennlinie, | + | # |
| - | - Pulsbelastbarkeit, | + | |
| - | | + | $0.4~\mathrm{V}$ liegt unterhalb von $V_{\rm IL}=0.8~\mathrm{V}$ und wird daher sicher als **LOW** erkannt. |
| - | | + | |
| + | $1.4~\mathrm{V}$ liegt zwischen $V_{\rm IL}$ und $V_{\rm IH}$. Für diesen Bereich ist kein eindeutiger logischer Zustand garantiert. | ||
| + | |||
| + | $2.8~\mathrm{V}$ liegt oberhalb von $V_{\rm IH}=2.0~\mathrm{V}$ und wird daher sicher als **HIGH** erkannt. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 2. Warum ist die Aussage „HIGH bedeutet $3.3~\mathrm{V}$“ nicht korrekt? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | HIGH bezeichnet einen **logischen Zustand** und keinen einzelnen Spannungswert. | ||
| + | |||
| + | Alle Eingangsspannungen oberhalb der garantierten HIGH-Schwelle $V_{\rm IH}$ werden sicher als HIGH interpretiert. | ||
| + | |||
| + | Außerdem erreicht ein realer Ausgang unter Belastung nicht zwingend exakt die Versorgungsspannung $V_{\rm DD}$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 3. Welche Bedeutung hat dann $V_{\rm DD}=3.3~\mathrm{V}$? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | $V_{\rm DD}$ ist die Versorgungsspannung des Bauteils. | ||
| + | |||
| + | Sie beeinflusst unter anderem | ||
| + | |||
| + | | ||
| + | | ||
| + | * die Schaltschwellen. | ||
| + | |||
| + | Sie ist jedoch nicht mit dem logischen Zustand HIGH gleichzusetzen. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| - | Beantworten Sie anschließend: | ||
| # | # | ||
| - | # | + | |
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | Untersuchen Sie die Falstad-Simulation aus Abschnitt 1.1.5. | ||
| - | | + | Die Gate-Treiber-Logik der Leit-Schaltung wird zunächst als ROM dargestellt. Das ROM besitzt drei Adresseingänge |
| - | - Verdoppeln Sie den Laststrom. | + | |
| - | - Verdoppeln | + | 1. Wie viele unterschiedliche Eingangskombinationen können mit drei binären Adresseingängen ausgewählt werden? |
| - | - Bestimmen Sie den relativen Messfehler | + | |
| - | - Erläutern Sie, wo die Sense-Leitungen auf einer realen | + | # |
| + | |||
| + | Jeder Adresseingang besitzt zwei mögliche Zustände. | ||
| + | |||
| + | Damit ergeben sich $2^3=8$ unterschiedliche Eingangskombinationen. | ||
| + | |||
| + | Das ROM kann somit acht verschiedene Zeilen einer Wahrheitstabelle adressieren. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 2. Wie viele Ausgangszustände liefert das ROM gleichzeitig? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Das ROM besitzt vier Datenausgänge. | ||
| + | |||
| + | Für jede ausgewählte Eingangskombination wird daher ein Wort aus vier Bits ausgegeben. | ||
| + | |||
| + | Diese vier Bits können beispielsweise den Signalen | ||
| + | |||
| + | | ||
| + | * $LS1$, | ||
| + | * $HS2$ und | ||
| + | * $LS2$ | ||
| + | |||
| + | zugeordnet werden. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 3. Was ist der wesentliche Unterschied zwischen der ROM-Darstellung und einer Realisierung mit Logikgattern? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Beim ROM wird die Zuordnung von Eingangskombination zu Ausgangskombination als Tabelle gespeichert. | ||
| + | |||
| + | Das ROM beschreibt damit unmittelbar, | ||
| + | |||
| + | Bei der Gatter-Schaltung wird dieselbe Zuordnung durch eine feste Verschaltung von Logikgattern erzeugt. | ||
| + | |||
| + | Sie zeigt damit stärker, **wie** | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 4. Warum ist die Gatter-Schaltung für den weiteren Verlauf des Kurses interessanter als das ROM allein? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | In der Gatter-Schaltung werden die realen Signalpfade sichtbar. | ||
| + | |||
| + | Dadurch können später beispielsweise | ||
| + | |||
| + | * Laufzeiten, | ||
| + | | ||
| + | * die Totzeiterzeugung | ||
| + | |||
| + | betrachtet werden. | ||
| + | |||
| + | Außerdem wird deutlich, dass auch die Logik selbst aus realen | ||
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | |||
| ===== 1.4 Zusammenfassung ===== | ===== 1.4 Zusammenfassung ===== | ||