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|---|---|---|---|
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| * zwischen Schaltplansymbol, | * zwischen Schaltplansymbol, | ||
| - | * wichtige Angaben eines Widerstandsdatenblatts gezielt finden und interpretieren, | + | * wichtige Angaben eines Widerstandsdatenblatts gezielt finden und unter Berücksichtigung ihrer Randbedingungen |
| * aus Verlustleistung und thermischem Widerstand eine Bauteiltemperatur abschätzen, | * aus Verlustleistung und thermischem Widerstand eine Bauteiltemperatur abschätzen, | ||
| * typische SMD- und THT-Bauformen hinsichtlich Größe, Handhabung und Belastbarkeit einordnen, | * typische SMD- und THT-Bauformen hinsichtlich Größe, Handhabung und Belastbarkeit einordnen, | ||
| - | * einen Shunt hinsichtlich Messspannung, | + | * einen Shunt hinsichtlich Messspannung, |
| * den Einfluss von Leiterbahn- und Kontaktwiderständen auf eine Milliohm-Messung erklären, | * den Einfluss von Leiterbahn- und Kontaktwiderständen auf eine Milliohm-Messung erklären, | ||
| * den Aufbau und Zweck einer Kelvin-/ | * den Aufbau und Zweck einer Kelvin-/ | ||
| - | * einen idealen | + | * HIGH und LOW als Spannungsbereiche und nicht als feste Spannungswerte interpretieren, |
| - | * aus gesteuerten Schaltern | + | * die Bedeutung von \(V_{\rm CC}\), \(V_{\rm DD}\), \(V_{\rm SS}\), \(V_{\rm IL}\) und \(V_{\rm IH}\) qualitativ einordnen, |
| + | * ideale und reale Schalter anhand von \(R_{\rm on}\) und \(R_{\rm off}\) unterscheiden, | ||
| + | * einfache Logikgatter | ||
| ==== 1.0.2 Vorbereitung zu Hause ==== | ==== 1.0.2 Vorbereitung zu Hause ==== | ||
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| ==== 1.0.3 90-Minuten-Plan ==== | ==== 1.0.3 90-Minuten-Plan ==== | ||
| - | - **Warm-up (8–10 min):** Leit-Schaltung und Shunt betrachten. Was wissen wir aus dem Schaltplansymbol – und was nicht? | + | - **Warm-up (8–10 min):** Leit-Schaltung und Shunt betrachten. Was zeigt das Schaltplansymbol – und welche Informationen fehlen für ein reales Bauteil? |
| - | - **Kernkonzepte | + | - **Realer Widerstand und thermisches Verhalten |
| - | - **Vom Schalter zur Logik (15–18 min):** idealer und realer Schalter, Inverter, NAND und NOR. | + | - **Shunt und Messung |
| - | - **Geführte Übung | + | - **Vom Schalter zur Logik (20–25 min): |
| - | - **Abschluss (5 min): | + | - **ROM und Gate-Treiber-Logik |
| + | - **Abschluss (3–5 min): | ||
| ==== 1.0.4 Konzeptübersicht ==== | ==== 1.0.4 Konzeptübersicht ==== | ||
| - | - Ein Schaltplansymbol beschreibt nur den Teil eines Bauteils, der für ein bestimmtes | + | - Ein Schaltplansymbol beschreibt nur die für ein Modell |
| - | - Verlustleistung ist erst zusammen mit dem thermischen | + | - Datenblattwerte sind nur zusammen mit ihren Randbedingungen sinnvoll. Besonders Leistungsangaben müssen immer im Zusammenhang mit Temperatur, |
| - | - Bei Widerständen | + | - Verlustleistung führt zu einem Wärmestrom. Über den thermischen Widerstand kann daraus näherungsweise eine Temperaturerhöhung bestimmt werden. |
| - | - Ein idealer Schalter besitzt \(R_{\rm on}=0\) | + | - Bei kleinen Widerstandswerten |
| + | - Ein Shunt stellt einen Zielkonflikt dar: Ein größerer Widerstand erzeugt ein größeres Messsignal, verursacht aber gleichzeitig einen größeren Spannungsabfall | ||
| + | - Digitale Zustände HIGH und LOW entsprechen realen Spannungsbereichen. Sie sind nicht mit festen Spannungswerten gleichzusetzen. | ||
| + | - Logikgatter lassen sich im vereinfachten Modell aus gesteuerten Schaltern aufbauen. Reale elektronische | ||
| + | - Die Gate-Treiber-Logik kann funktional als ROM bzw. gespeicherte Wahrheitstabelle beschrieben oder direkt mit Logikgattern realisiert werden. Beide Darstellungen beschreiben dieselbe Zuordnung von Eingangs- zu Ausgangszuständen. | ||
| ===== 1.1 Kerninhalt ===== | ===== 1.1 Kerninhalt ===== | ||
| Line 128: | Line 135: | ||
| Betrachten wir zunächst den Widerstand aus der Leit-Schaltung. Dieser soll aus dem Strom ein Spannungssignal generieren. Solche Messwiderstände werden auch **Shunt** genannt. | Betrachten wir zunächst den Widerstand aus der Leit-Schaltung. Dieser soll aus dem Strom ein Spannungssignal generieren. Solche Messwiderstände werden auch **Shunt** genannt. | ||
| - | Der genutzte Shunt mit $R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega}$ wandelt beispielsweise einem Motorstrom von $I_{\rm M}=3~\mathrm{A}$ in eine Spannung von $U_{\rm | + | Der genutzte Shunt mit $R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega}$ wandelt beispielsweise einem Motorstrom von $I_{\rm M}=3~\mathrm{A}$ in eine Spannung von $U_{\rm |
| Dabei entsteht aber auch eine Verlustleistung von | Dabei entsteht aber auch eine Verlustleistung von | ||
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| Um diese Frage zu beantworten, | Um diese Frage zu beantworten, | ||
| - | In vielen technischen Systemen | + | In vielen technischen Systemen |
| \[ | \[ | ||
| - | \text{Potentialdifferenz} | + | \text{Potentialdifferenz} = \text{Widerstand} \cdot {{d ( \text{Transportgröße})}\over{d \rm t}} |
| - | = | + | |
| - | \text{Widerstand} | + | |
| - | \cdot | + | |
| - | {{d ( \text{Transportgröße})}\over{d \rm t}} | + | |
| \] | \] | ||
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| </ | </ | ||
| - | Angenommen, für den betrachteten Aufbau gilt näherungsweise | + | Angenommen, für den betrachteten Aufbau gilt näherungsweise |
| - | + | ||
| - | \[ | + | |
| - | R_{\rm th}=80~\mathrm{K/ | + | |
| - | \] | + | |
| - | + | ||
| - | Bei | + | |
| - | + | ||
| - | \[ | + | |
| - | P_{\rm Verlust}=450~\mathrm{mW} | + | |
| - | \] | + | |
| - | + | ||
| - | ergibt sich eine Temperaturerhöhung von | + | |
| \[ | \[ | ||
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| \] | \] | ||
| - | Bei einer Umgebungstemperatur von | + | Bei einer Umgebungstemperatur von $T_{\rm Umgebung}=40^\circ\mathrm{C}$ folgt damit |
| - | + | ||
| - | \[ | + | |
| - | T_{\rm Umgebung}=40^\circ\mathrm{C} | + | |
| - | \] | + | |
| - | + | ||
| - | folgt damit | + | |
| \[ | \[ | ||
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| \] | \] | ||
| - | Die Temperaturdifferenz kann dabei sowohl in Kelvin als auch in Grad Celsius angegeben werden: | + | Die Temperaturdifferenz kann dabei sowohl in Kelvin als auch in Grad Celsius angegeben werden: |
| - | + | ||
| - | \[ | + | |
| - | \Delta T=36~\mathrm{K}=36^\circ\mathrm{C}. | + | |
| - | \] | + | |
| Für absolute Temperaturen müssen Kelvin und Grad Celsius dagegen unterschieden werden. | Für absolute Temperaturen müssen Kelvin und Grad Celsius dagegen unterschieden werden. | ||
| Line 354: | Line 335: | ||
| Wie oben bereits schon bereichnet wandelt ein Shunt wandelt einen Strom in eine messbare Spannung um. \\ | Wie oben bereits schon bereichnet wandelt ein Shunt wandelt einen Strom in eine messbare Spannung um. \\ | ||
| - | In unserem Beispiel ergibt sich über $R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega}$ bei einem Strpm von $I_{\rm M}=3~\mathrm{A}$ eine Spannnung von $U_{\rm SENSE}=150~\mathrm{mV}$. | + | In unserem Beispiel ergibt sich über $R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega}$ bei einem Strom von $I_{\rm M}=3~\mathrm{A}$ eine Spannnung von $U_{\rm SENSE}=150~\mathrm{mV}$. |
| Aber: Warum wird nicht einfach ein deutlich größerer Widerstand verwendet, um ein größeres Messsignal zu erhalten? | Aber: Warum wird nicht einfach ein deutlich größerer Widerstand verwendet, um ein größeres Messsignal zu erhalten? | ||
| Line 730: | Line 711: | ||
| Im einfachsten Modell kann man sich den Ausgang eines Logikgatters als Schalter vorstellen, der den Ausgang entweder mit der positiven Versorgungsspannung oder mit dem Bezugspotential verbindet. | Im einfachsten Modell kann man sich den Ausgang eines Logikgatters als Schalter vorstellen, der den Ausgang entweder mit der positiven Versorgungsspannung oder mit dem Bezugspotential verbindet. | ||
| - | === Was bedeutet | + | === Was bedeuten |
| In Schaltplänen und Simulationen werden digitale Zustände häufig mit **H** für //HIGH// und **L** für //LOW// bezeichnet. | In Schaltplänen und Simulationen werden digitale Zustände häufig mit **H** für //HIGH// und **L** für //LOW// bezeichnet. | ||
| Line 895: | Line 876: | ||
| === Was ist im ROM?=== | === Was ist im ROM?=== | ||
| - | In der vereinfachten Darstellung der Leit-Schaltung wurde die Ansteuerlogik zunächst als **ROM** (Read omly Memory) gezeigt. | + | In der vereinfachten Darstellung der Leit-Schaltung wurde die Ansteuerlogik zunächst als **ROM** (Read Only Memory) gezeigt. |
| < | < | ||
| - | {{url> | + | {{url> |
| </ | </ | ||
| - | Das ROM erhält die Eingangssignale | + | Das ROM erhält die Eingangssignale: |
| - | * $CLK$, | + | * $CLK$ |
| - | * $EN$ und | + | * $EN$ bzw. das invertierte $\overline{EN}$ |
| * $OCP$ | * $OCP$ | ||
| - | und erzeugt daraus die vier Steuersignale | + | und erzeugt daraus die vier Steuersignale: |
| - | * $HS1$, | + | * $HS1$ |
| - | * $LS1$, | + | * $LS1$ |
| - | * $HS2$ und | + | * $HS2$ |
| - | * $LS2$. | + | * $LS2$ |
| Die ROM-Darstellung ist dabei zunächst nur eine **funktionale Beschreibung**: | Die ROM-Darstellung ist dabei zunächst nur eine **funktionale Beschreibung**: | ||
| Line 958: | Line 939: | ||
| * **Kelvin-Sense zu weit vom Widerstand abgreifen: | * **Kelvin-Sense zu weit vom Widerstand abgreifen: | ||
| * **Reale Schalter mit idealen Grenzfällen verwechseln: | * **Reale Schalter mit idealen Grenzfällen verwechseln: | ||
| + | * HIGH mit $V_{\rm DD}$ und LOW mit exakt $0,\mathrm V$ gleichsetzen. | ||
| ===== 1.3 Übungen ===== | ===== 1.3 Übungen ===== | ||
| - | ==== Kurze Aufgaben ==== | + | # |
| + | # | ||
| - | # | + | In einer Motorschaltung soll ein Strom bis $I_{\rm M}=5~\mathrm{A}$ gemessen werden. Zur Auswahl stehen zwei Shunts: |
| + | |||
| + | ^ Variante ^ Widerstand ^ | ||
| + | | A | $20~\mathrm{m\Omega}$ | | ||
| + | | B | $50~\mathrm{m\Omega}$ | | ||
| + | |||
| + | 1. Bestimmen Sie für beide Shunts die Messspannung bei $I_{\rm M}=5~\mathrm{A}$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Für Variante A gilt: | ||
| + | |||
| + | $U_{\rm SENSE, | ||
| + | =5~\mathrm{A}\cdot20~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | =100~\mathrm{mV}$. | ||
| + | |||
| + | Für Variante B gilt: | ||
| + | |||
| + | $U_{\rm SENSE, | ||
| + | =250~\mathrm{mV}$. | ||
| + | |||
| + | Der größere Shunt erzeugt somit das größere Messsignal. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 2. Bestimmen Sie für beide Varianten die Verlustleistung. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Mit $P=I^2R$ ergibt sich: | ||
| + | |||
| + | $P_A=(5~\mathrm{A})^2\cdot20~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | =0.50~\mathrm{W}$. | ||
| + | |||
| + | $P_B=(5~\mathrm{A})^2\cdot50~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | =1.25~\mathrm{W}$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 3. Ein zur Verfügung stehender Widerstand darf unter den gegebenen Bedingungen höchstens $0.75~\mathrm{W}$ umsetzen. Welche Variante kann verwendet werden? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Variante A liegt mit $0.50~\mathrm{W}$ unterhalb der Grenze. | ||
| + | |||
| + | Variante B überschreitet mit $1.25~\mathrm{W}$ die zulässige Verlustleistung. | ||
| + | |||
| + | Unter dieser Randbedingung kann daher nur Variante A verwendet werden. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 4. Warum ist trotzdem nicht generell der kleinste mögliche Shunt die beste Wahl? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Mit kleiner werdendem $R_{\rm SENSE}$ sinken zwar Verlustleistung und Spannungsabfall im Lastpfad. | ||
| + | |||
| + | Gleichzeitig wird aber auch die Messspannung kleiner. Dadurch werden Offsetspannungen, | ||
| + | |||
| + | Die Wahl des Shunts ist daher ein Kompromiss zwischen | ||
| + | |||
| + | * geringer Beeinflussung des Laststromkreises und | ||
| + | * einem ausreichend großen Messsignal. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | Ein Strommesswiderstand mit \(R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega}\) wird von einem Strom von \(I=3~\mathrm{A}\) durchflossen. | ||
| - | - Bestimmen Sie die Messspannung | + | Ein Shunt setzt im Betrieb $P=450~\mathrm{mW}$ um. Für den betrachteten Aufbau wird ein effektiver thermischer Widerstand von $R_{\rm th}=80~\mathrm{K/ |
| - | | + | |
| - | - Erläutern | + | 1. Bestimmen Sie die Temperaturerhöhung des Shunts. |
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Es gilt $\Delta T=P\cdot R_{\rm th}$. | ||
| + | |||
| + | Damit folgt: | ||
| + | |||
| + | $\Delta T=0.45~\mathrm{W}\cdot80~\mathrm{K/ | ||
| + | =36~\mathrm{K}$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 2. Welche Bauteiltemperatur ergibt sich im stationären Zustand? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | $T_{\rm B}=T_{\rm U}+\Delta T$ | ||
| + | |||
| + | und damit | ||
| + | |||
| + | $T_{\rm B}=60^\circ\mathrm{C}+36~\mathrm{K} | ||
| + | =96^\circ\mathrm{C}$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 3. Erklären | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Die errechnete Temperatur muss mit den zulässigen Temperaturen und Leistungsgrenzen des konkreten Bauteils verglichen werden. | ||
| + | |||
| + | Zusätzlich muss geprüft werden, ob bei $60^\circ\mathrm{C}$ noch die volle Nennleistung zulässig | ||
| + | |||
| + | Auch der angenommene thermische Widerstand gilt nur für einen bestimmten thermischen Aufbau. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 4. Nennen Sie zwei Änderungen am Leiterplattenaufbau, | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Beispielsweise können | ||
| + | |||
| + | * größere Kupferflächen, | ||
| + | * breitere Leiterbahnen, | ||
| + | * zusätzliche Kupferlagen, | ||
| + | * thermische Vias oder | ||
| + | * eine stärkere Luftströmung | ||
| + | |||
| + | den effektiven thermischen Widerstand verändern. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | # | + | |
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | Ein Widerstand setzt \(P=300~\mathrm{mW}\) um. Für den betrachteten Aufbau gilt näherungsweise \(R_{\rm th}=120~\mathrm{K/ | ||
| - | - Bestimmen Sie die Temperaturerhöhung. | + | Ein Shunt besitzt $R_{\rm SENSE}=50~\mathrm{m\Omega}$. Durch ihn fließen $I=3~\mathrm{A}$. |
| - | - Bestimmen Sie die erwartete Bauteiltemperatur. | + | |
| - | - Nennen Sie zwei Randbedingungen, welche | + | Bei einer Zweileitermessung befinden sich im erfassten Strompfad zusätzlich Leiterbahn- und Kontaktwiderstände von insgesamt $R_{\rm parasitär}=20~\mathrm{m\Omega}$. |
| + | |||
| + | 1. Welche Spannung fällt tatsächlich am Shunt ab? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | $U_{\rm SENSE}=I\cdot R_{\rm SENSE} | ||
| + | =3~\mathrm{A}\cdot50~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | =150~\mathrm{mV}$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 2. Welche Spannung würde bei einer Zweileitermessung einschließlich der parasitären Widerstände gemessen? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Der insgesamt erfasste Widerstand beträgt: | ||
| + | |||
| + | $R_{\rm ges}=50~\mathrm{m\Omega}+20~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | =70~\mathrm{m\Omega}$. | ||
| + | |||
| + | Damit ergibt sich: | ||
| + | |||
| + | $U_{\rm 2L} | ||
| + | =3~\mathrm{A}\cdot70~\mathrm{m\Omega} | ||
| + | =210~\mathrm{mV}$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 3. Wie groß ist der relative Messfehler bezogen auf die tatsächliche Shuntspannung? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Die absolute Abweichung beträgt: | ||
| + | |||
| + | $\Delta U=210~\mathrm{mV}-150~\mathrm{mV} | ||
| + | =60~\mathrm{mV}$. | ||
| + | |||
| + | Der relative Fehler ist: | ||
| + | |||
| + | ${\Delta U\over U_{\rm SENSE}} | ||
| + | ={60~\mathrm{mV}\over150~\mathrm{mV}} | ||
| + | =0.4$. | ||
| + | |||
| + | Damit beträgt der relative Messfehler $40~\%$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 4. Warum beseitigt eine Vierleitermessung diesen Fehler weitgehend? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Die Sense-Leitungen werden möglichst direkt am Widerstandselement angeschlossen. | ||
| + | |||
| + | Durch die Sense-Leitungen fließt aufgrund des hochohmigen Messeingangs nur ein sehr kleiner Strom. Dadurch erzeugen ihre eigenen Leiterbahn- und Kontaktwiderstände praktisch keinen zusätzlichen Spannungsabfall. | ||
| + | |||
| + | Die Spannungsmessung erfasst daher weitgehend nur den Spannungsabfall am eigentlichen Shunt. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | # | + | |
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | Ein elektronischer Schalter besitzt im eingeschalteten Zustand \(R_{\rm on}=50~\mathrm{m\Omega}\). Durch ihn fließt ein Strom von \(I=4~\mathrm{A}\). | ||
| - | - Bestimmen | + | Ein digitales Bauteil wird mit $V_{\rm DD}=3.3~\mathrm{V}$ betrieben. |
| - | - Bestimmen Sie die Verlustleistung. | + | |
| - | | + | Laut Datenblatt gelten Eingangsspannungen bis $V_{\rm IL}=0.8~\mathrm{V}$ sicher als LOW und Eingangsspannungen ab $V_{\rm IH}=2.0~\mathrm{V}$ sicher als HIGH. |
| + | |||
| + | 1. Ordnen | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | $0.4~\mathrm{V}$ liegt unterhalb von $V_{\rm IL}=0.8~\mathrm{V}$ und wird daher sicher als **LOW** erkannt. | ||
| + | |||
| + | $1.4~\mathrm{V}$ liegt zwischen $V_{\rm IL}$ und $V_{\rm IH}$. Für diesen Bereich ist kein eindeutiger logischer Zustand garantiert. | ||
| + | |||
| + | $2.8~\mathrm{V}$ liegt oberhalb von $V_{\rm IH}=2.0~\mathrm{V}$ und wird daher sicher als **HIGH** erkannt. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 2. Warum ist die Aussage „HIGH bedeutet $3.3~\mathrm{V}$“ nicht korrekt? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | HIGH bezeichnet einen **logischen Zustand** und keinen einzelnen Spannungswert. | ||
| + | |||
| + | Alle Eingangsspannungen oberhalb der garantierten HIGH-Schwelle $V_{\rm IH}$ werden sicher als HIGH interpretiert. | ||
| + | |||
| + | Außerdem erreicht ein realer Ausgang unter Belastung nicht zwingend exakt die Versorgungsspannung $V_{\rm DD}$. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 3. Welche Bedeutung hat dann $V_{\rm DD}=3.3~\mathrm{V}$? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | $V_{\rm DD}$ ist die Versorgungsspannung des Bauteils. | ||
| + | |||
| + | Sie beeinflusst unter anderem | ||
| + | |||
| + | | ||
| + | * die zulässigen Eingangsspannungen und | ||
| + | * die Schaltschwellen. | ||
| + | |||
| + | Sie ist jedoch nicht mit dem logischen Zustand HIGH gleichzusetzen. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | ==== Längere Aufgaben ==== | ||
| - | # | + | |
| + | # | ||
| # | # | ||
| - | Untersuchen Sie die Falstad-Simulation aus Abschnitt 1.1.5. | ||
| - | | + | Die Gate-Treiber-Logik der Leit-Schaltung wird zunächst als ROM dargestellt. Das ROM besitzt drei Adresseingänge |
| - | - Verdoppeln Sie den Laststrom. | + | |
| - | - Verdoppeln | + | 1. Wie viele unterschiedliche Eingangskombinationen können mit drei binären Adresseingängen ausgewählt werden? |
| - | - Bestimmen Sie den relativen Messfehler | + | |
| - | - Erläutern Sie, wo die Sense-Leitungen auf einer realen | + | # |
| + | |||
| + | Jeder Adresseingang besitzt zwei mögliche Zustände. | ||
| + | |||
| + | Damit ergeben sich $2^3=8$ unterschiedliche Eingangskombinationen. | ||
| + | |||
| + | Das ROM kann somit acht verschiedene Zeilen einer Wahrheitstabelle adressieren. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 2. Wie viele Ausgangszustände liefert das ROM gleichzeitig? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Das ROM besitzt vier Datenausgänge. | ||
| + | |||
| + | Für jede ausgewählte Eingangskombination wird daher ein Wort aus vier Bits ausgegeben. | ||
| + | |||
| + | Diese vier Bits können beispielsweise den Signalen | ||
| + | |||
| + | | ||
| + | * $LS1$, | ||
| + | * $HS2$ und | ||
| + | * $LS2$ | ||
| + | |||
| + | zugeordnet werden. | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 3. Was ist der wesentliche Unterschied zwischen der ROM-Darstellung und einer Realisierung mit Logikgattern? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | Beim ROM wird die Zuordnung von Eingangskombination zu Ausgangskombination als Tabelle gespeichert. | ||
| + | |||
| + | Das ROM beschreibt damit unmittelbar, | ||
| + | |||
| + | Bei der Gatter-Schaltung wird dieselbe Zuordnung durch eine feste Verschaltung von Logikgattern erzeugt. | ||
| + | |||
| + | Sie zeigt damit stärker, **wie** | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | 4. Warum ist die Gatter-Schaltung für den weiteren Verlauf des Kurses interessanter als das ROM allein? | ||
| + | |||
| + | # | ||
| + | |||
| + | In der Gatter-Schaltung werden die realen Signalpfade sichtbar. | ||
| + | |||
| + | Dadurch können später beispielsweise | ||
| + | |||
| + | * Laufzeiten, | ||
| + | | ||
| + | * die Totzeiterzeugung | ||
| + | |||
| + | betrachtet werden. | ||
| + | |||
| + | Außerdem wird deutlich, dass auch die Logik selbst aus realen | ||
| + | |||
| + | # | ||
| # | # | ||
| + | |||
| + | |||
| + | |||
| ===== 1.4 Zusammenfassung ===== | ===== 1.4 Zusammenfassung ===== | ||